Dienstag, ein Post auf X von Wolodymyr Selenskyj: Er habe Vertreter von Lockheed Martin empfangen, gemeinsame Produktion und Technologietransfer seien besprochen worden. Kein langer Text, keine Details, aber die Botschaft war klar genug.
Mehr als ein Höflichkeitsbesuch
Selenskyj schreibt, die Ukraine habe „viel zu bieten“. Kiew hat in den vergangenen Jahren eine eigene Drohnenindustrie aufgebaut, Erfahrung im Echtzeit-Kriegseinsatz gesammelt und weiß genau, was westliches Gerät unter Kampfbedingungen taugt und was nicht. Für Lockheed Martin ist das kein schlechtes Gesprächsklima.
Gemeinsame Produktion heißt in diesem Kontext: Fertigung in der Ukraine, möglicherweise lizenzierte Technologie, Teile oder Komponenten, die vor Ort gebaut werden. Das ist politisch gewollt, weil es die ukrainische Rüstungsindustrie stärkt, und wirtschaftlich interessant, weil es Lockheed neue Märkte und Partnerschaften erschließt.
Die Aktie läuft ohnehin
Wer die Lockheed-Martin-Aktie im Depot hat, braucht den Selenskyj-Termin nicht als Kaufargument. Plus 21 Prozent seit Jahresbeginn, 30-Tage-Performance bei knapp 15 Prozent, aktueller Kurs um die 580 Dollar. Die Aktie läuft, und zwar schon eine Weile.
Ob das Treffen kurzfristig irgendetwas bewegt, ist eine andere Frage. Konkrete Verträge, Zahlen, Zeitpläne, das alles nannte Selenskyj nicht. Erst wenn Lockheed Martin selbst kommuniziert, was aus den Gesprächen wird, wird man mehr wissen. Bis dahin gilt: gutes Zeichen, kein Kursziel.
Oktober kommt schneller als man denkt
Am 27. Oktober legt Lockheed Martin Quartalszahlen vor. Dann wird man sehen, ob die Ukraine-Kooperation schon irgendwo in den Zahlen oder im Ausblick auftaucht, oder ob sie vorerst nur eine diplomatische Randnotiz bleibt. Selenskyj hat den Termin gemacht. Den Rest muss Lockheed liefern.
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