Die Produktion von Flugabwehrraketen erhält zusätzliche Unterstützung aus der Automobilbranche. Lockheed Martin hat am Donnerstag eine erste Lieferung kritischer Bauteile von General Motors für die PAC-3 MSE Patriot-Abfangraketen entgegengenommen.
Die Übergabe erfolgte weniger als einen Monat nach dem Abschluss einer Fertigungsvereinbarung beider Konzerne. GM Defense lieferte diese Auftaktcharge laut Reuters am 28. August aus, um Engpässe bei der Skalierung abzufedern.
Der Vorstoß fügt sich in die Bemühungen ein, die Fertigungsketten angesichts einer weltweit hohen Nachfrage nach Luftverteidigungssystemen auszubauen. An den europäischen Handelsplätzen schloss die Aktie am Freitag bei 467,10 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,3 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang steht damit ein Zuwachs von 12 Prozent zu Buche.
Zusätzliche Abkommen für Raketenprogramme
Parallel zur Kooperation mit General Motors sicherte sich der Rüstungskonzern am Donnerstag eine Rahmenvereinbarung mit dem US-Kriegsministerium. Gegenstand ist die beschleunigte Fertigung und Auslieferung der Luft-Luft-Rakete AIM-260 Joint Advanced Tactical Missile. Die Waffe der nächsten Generation dient nach Angaben von Reuters dazu, neuen militärischen Bedrohungen zu begegnen, während das Pentagon zugleich die Munitionsbestände aufstockt.
Zusätzliche Mittel fließen auch in bestehende Programme. Medienberichten zufolge vergab das US-Verteidigungsministerium am 14. September drei Rüstungsverträge mit einem Gesamtwert von über 1,3 Milliarden US-Dollar an Lockheed Martin.
Den größten Posten bildet ein Kontrakt über 1,21 Milliarden Dollar für die Präzisionsrakete Precision Strike Missile im Rahmen des Programms Increment 2 Early Operational Capability.
Für die Modernisierung des Mehrfachraketenwerfers MLRS wurden 97,64 Millionen Dollar bewilligt, während Anpassungen an Werkzeug- und Testausrüstungsverträgen für Marschflugkörper der Typen JASSM und LRASM weitere 13,17 Millionen Dollar umfassen.
Wachsendes internationales Geschäft
Gleichzeitig verzeichnet das Unternehmen anhaltenden Zulauf von Streitkräften außerhalb der USA. Am 7. September entschied Schweden den Erwerb des Artillerieraketensystems HIMARS für rund 7 Milliarden schwedische Kronen. Die Auslieferungen sollen 2027 beginnen, wobei der schwedische Partner Saab die Munition vor Ort in Kooperation mit Lockheed Martin herstellen wird.
Im Bereich der Kampfflugzeuge folgte gestern die Genehmigung eines potenziellen Großauftrags durch das US-Außenministerium. Laut Reuters steht der Verkauf von F-35 Lightning II an Saudi-Arabien im Raum, der ein Volumen von bis zu 24,3 Milliarden Dollar erreichen kann.
Ebenfalls gestern übergab der Konzern am Standort Fort Worth in Texas die erste F-35 an Vertreter der deutschen Bundesregierung. Trotz der anhaltenden Auftragslage notiert das Papier mit deutlichem Abstand unter seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch von 616,00 Euro.
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