Lockheed Aktie: 1,13 Milliarden für HIMARS

Lockheed Martin verzeichnet starke Aufträge in Raketenabwehr und Raumfahrt. Analysten zeigen sich trotz EPS-Verfehlung konstruktiv und sehen Kurspotenzial.

Auf einen Blick:
  • Fokus auf Raketenabwehr und Weltraumsysteme
  • Institutionelle Investoren stocken Anteile auf
  • Analysten mehrheitlich mit Kauf- oder Halteempfehlung
  • Internationale Expansion mit Satellitenfabrik in UK

Vor der Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das zweite Quartal steht der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin im Fokus der Anleger. Während das Unternehmen am 23. Juli 2026 in einer Telefonkonferenz über die aktuelle Geschäftsentwicklung berichten wird, zeichnet sich bereits jetzt eine dynamische Auftragslage ab. Besonders im Bereich der Raketenabwehr und der weltraumgestützten Systeme konnte der Konzern zuletzt bedeutende Erfolge verbuchen, die den vorsichtigen Optimismus für das Gesamtjahr untermauern.

Fokus auf Grossaufträge und Raketenabwehr

Ein zentraler Pfeiler der aktuellen Wachstumsstrategie ist der massive Ausbau der Kapazitäten im Segment Missiles and Fire Control. Laut Medienberichten verzeichnete dieser Bereich im ersten Quartal 2026 ein Umsatzplus von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Lockheed Martin hat mehrere langfristige Rahmenverträge mit der US-Regierung geschlossen, um die Produktion von Systemen wie Patriot PAC-3, THAAD und PrSM deutlich zu steigern. Ziel ist es, die Produktionsraten dieser Verteidigungssysteme zu verdreifachen oder sogar zu vervierfachen.

Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen Ende April einen Auftrag der US-Armee über rund 1,13 Milliarden US-Dollar für die Produktion von 17 HIMARS M142-Raketenwerfern. Dieser Vertrag umfasst Lieferungen an das US Marine Corps sowie internationale Partner wie Australien, Kanada, Estland, Schweden und Taiwan. Der Abschluss dieses Projekts ist für April 2028 vorgesehen. Parallel dazu gehört Lockheed Martin zu einem Kreis von zwölf Unternehmen, die von der US Space Force Aufträge im Gesamtwert von bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar für das Projekt „Golden Dome“ erhalten haben. Dabei geht es um die Entwicklung von Prototypen für weltraumgestützte Abfangjäger, die bis 2028 demonstriert werden sollen.

Institutionelle Käufe und Analysten-Ratings

Trotz eines herausfordernden ersten Quartals, in dem das Ergebnis je Aktie (EPS) mit 6,44 US-Dollar hinter den Erwartungen von 6,79 US-Dollar zurückblieb, zeigen sich institutionelle Investoren verstärkt interessiert. Der Pensionsfonds California Public Employees Retirement System (CalPERS) erhöhte seine Beteiligung im ersten Quartal 2026 um 7,0 Prozent auf über 550.000 Aktien. Auch die Heartland Bank & Trust Co baute ihre Position massiv um 112,3 Prozent aus. Insgesamt befinden sich rund 74,19 Prozent der Anteile in der Hand institutioneller Anleger.

Das Stimmungsbild der Analysten ist derzeit von einer abwartenden bis konstruktiven Haltung geprägt. Von 21 beobachtenden Experten raten zwölf zum Halten der Aktie, während acht eine Kaufempfehlung („Buy“ oder „Strong Buy“) aussprechen. Die DZ Bank hob ihr Rating Ende April auf „Strong-Buy“ an, und die Citigroup stufte das Papier im Juli auf „Buy“ hoch, wobei sie ein Kursziel von 582 US-Dollar nannte. Das durchschnittliche Konsens-Kursziel der Analysten liegt aktuell bei 607,58 US-Dollar. An der Börse notierte die Aktie zuletzt bei einem Schlusskurs von 445,00 €, was einem Zuwachs von 7,04 % seit Jahresbeginn entspricht.

Ausblick auf die Quartalszahlen und Expansion

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hält Lockheed Martin an seiner Prognose fest. Das Management erwartet ein Umsatzwachstum von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und eine Steigerung des operativen Gewinns um 25 Prozent. Das EPS-Ziel liegt in einer Spanne zwischen 29,35 und 30,25 US-Dollar. Anleger achten jedoch darauf, inwieweit bestehende Engpässe in den Lieferketten die Auslieferungen weiterhin beeinflussen könnten. Zudem notiert der Wert mit einem Abstand von -27,76 % deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 616,00 €, das im März erreicht wurde.

Zukunftspotenzial verspricht sich der Konzern zudem von seiner internationalen Expansion, insbesondere im Vereinigten Königreich. Dan Tenney, Senior Vice President Global Business Development, und Rod Drury, Vice President Global Space, besuchten jüngst Nordost-England, um Fortschritte bei einer geplanten Satellitenfabrik in Höhe von 85 Millionen Pfund sowie einem Weltraumforschungszentrum zu prüfen. Langfristig könnten dort bis zu 2.000 Arbeitsplätze entstehen. Technologische Risiken bleiben hingegen bei ambitionierten Projekten wie dem SR-72-Konzept bestehen, das laut Branchenbeobachtern aufgrund technischer Hürden bei Hyperschallantrieben und thermischer Belastung weiterhin mit Verzögerungen kämpft.

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