Gleich zwei Meldungen belasten Lloyds am Freitag. Eine Abstufung von RBC Capital trifft auf Berichte über eine mögliche Sonderabgabe für britische Banken im anstehenden Haushalt. Die Aktie gab im Londoner Handel rund zwei Prozent nach.
Steuerpläne drücken auf die Branche
Auslöser im Bankensektor sind Medienberichte, wonach Finanzminister John Healey die Institute im Budget Ende des Monats stärker zur Kasse bitten will. Lloyds und NatWest verloren zeitweise jeweils 2,2 Prozent. Der FTSE 100 gab insgesamt kaum nach und steuert auf seine beste Woche seit Anfang April zu, getragen von defensiven Sektoren.
Kathleen Brooks, Research-Direktorin bei XTB, sieht eine klare Unterscheidung. Große internationale Banken dürften weniger betroffen sein, inländisch ausgerichtete Namen stünden dagegen „im Feuer“. Lloyds zählt mit seinem Fokus auf das britische Privatkundengeschäft zur zweiten Gruppe.
RBC stuft herunter
RBC Capital senkte Lloyds von „Outperform“ auf „Sector Perform“. Das Kursziel sinkt von 1,24 auf 1,15 Pfund. Analyst Benjamin Toms begründet den Schritt mit dem härteren Wettbewerb um Einlagen und den Folgen für die Zinsmarge.
Die Bank erwartet, dass dieser Trend anhält. Die Gründe: Vorteile aus der Neubewertung der Strukturhedges werden weggewettbewerbt, hinzu kommen quantitative Straffung und stärkere Konkurrenz durch NS&I. RBCs Gewinnprognose vor Steuern für 2028 liegt sechs Prozent unter dem Konsens.
Ganz pessimistisch ist das Haus nicht. Die moderate Bewertung verhinderte eine Herabstufung auf „Underperform“. Außerdem sollte die Neubewertung der Strukturhedges den Zinsüberschuss spürbar stützen.
Solide Zahlen im Rücken
Das Halbjahr 2026 lieferte ein gemischtes Bild. Der Umsatz übertraf mit 7,18 Milliarden die Erwartungen von 6,8 Milliarden deutlich, beim Gewinn je Aktie blieb Lloyds hinter den Prognosen zurück. Der Konzern kündigte zugleich höhere Ausschüttungen an, darunter eine höhere Dividende und ein neues Rückkaufprogramm.
Makroseitig bleibt das Umfeld straff. Händler preisen laut LSEG-Daten vier Zinserhöhungen der Bank of England binnen zwölf Monaten ein. Höhere Zinsen stützen zwar die Margen, verschärfen aber den Einlagenwettbewerb, den RBC im Blick hat. Die September-Inflationszahlen in der kommenden Woche liefern den nächsten Hinweis auf den Zinspfad, das Budget Ende Oktober zeigt, ob die Bankensteuer tatsächlich kommt.
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