Lindt & Sprüngli dreht weiter an der Kostenschraube. Am Mittwoch bestätigte der Schweizer Schokoladenkonzern zusätzliche Effizienz- und Sparmaßnahmen, die über die bereits bekannte Streichung des Grindelwald-Skiwochenendes hinausgehen. Auch die Weihnachtsfeier steht laut Medienberichten zur Disposition. Neuanstellungen bleiben restriktiv, betriebsbedingte Kündigungen sind nach Unternehmensangaben derzeit aber nicht geplant.
Hintergrund der verschärften Sparanstrengungen sind die seit Ende 2023 stark gestiegenen Kakaopreise, die den Konzern zwingen, Effizienzprogramme aufzulegen, um Preiserhöhungen für Kunden möglichst gering zu halten. Das Unternehmen betonte zugleich, seit Langem „sehr restriktiv mit Neuanstellungen“ umzugehen – der aktuelle Sparkurs ist damit eher Verschärfung als Kurswechsel.
Schwaches erstes Halbjahr belastet die Bilanz
Der Hintergrund reicht bis in den Sommer zurück. Bereits im Juli hatte Lindt & Sprüngli für das erste Halbjahr 2026 ein organisches Umsatzwachstum von 4,3 Prozent auf 2,33 Milliarden Franken gemeldet, bei einem operativen Gewinn von 260,2 Millionen Franken und einer EBIT-Marge von 11,2 Prozent.
Auffällig: Gruppenweite Preiserhöhungen von 11,8 Prozent gingen mit einem Volumen- und Mix-Rückgang von 7,5 Prozent einher – Kunden griffen also spürbar seltener zu, während Nordamerika und der Rest der Welt zweistellig wuchsen. Trotz der Absatzeinbußen hielt der Konzern am Jahresausblick fest und kündigte gezielte Maßnahmen zur Stabilisierung der Volumina im zweiten Halbjahr an.
Diese Gemengelage aus teurem Kakao, sinkenden Absatzmengen und einem dennoch bestätigten Ausblick erklärt, warum das Management jetzt bei den Fixkosten ansetzt statt an der Preisstrategie zu drehen. Kostensenkungen bei internen Veranstaltungen mögen symbolisch wirken, signalisieren aber nach außen Disziplin – ein Signal, das angesichts der Kursentwicklung nicht schaden kann.
Aktie nahe am Jahrestief
Der Kurs bleibt unter Druck: Am Freitag schloss die Aktie bei 8.980,00 Euro, ein Minus von 0,9 Prozent zum Vortag und 3,2 Prozent auf Wochensicht. Damit notiert das Papier nur noch 0,6 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 8.925,00 Euro, das erst am 3. September markiert wurde – während der Abstand zum Jahreshoch von Oktober 2025 bei 38 Prozent liegt. Ein Relative-Stärke-Index von 25,1 deutet auf eine überverkaufte Lage hin, was jedoch allein keine Trendwende garantiert.
Auf der positiven Seite hält der Konzern an seiner Nachhaltigkeitsstrategie fest: Seit diesem Jahr bezieht Lindt & Sprüngli sein gesamtes Kakaovolumen Rainforest-Alliance-zertifiziert über das eigene Farming Programme.
Parallel läuft seit Mai ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu einer Milliarde Franken, das bis spätestens April 2029 laufen und maximal zehn Prozent des Kapitals umfassen kann – Nachfolger eines im April abgeschlossenen Programms, in dessen Rahmen Namenaktien und Partizipationsscheine im Gesamtwert von rund 499 Millionen Franken zurückgekauft wurden.
Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Ein laufender Rückkauf stützt die Aktie strukturell, während die operativen Zahlen und der verschärfte Sparkurs zeigen, dass der Kakaopreisschock den Konzern noch immer fest im Griff hat.
Lindt & Sprüngli-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lindt & Sprüngli-Analyse vom 06. September liefert die Antwort:
Die neusten Lindt & Sprüngli-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lindt & Sprüngli-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Lindt & Sprüngli: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
