Lindt & Sprüngli setzt trotz gedämpfter Wachstumserwartungen auf neue Produkte und zusätzliche Produktionskapazitäten. Am Montag kündigte die Lindt & Sprüngli GmbH die Markteinführung von CHOCO WAFER an und meldete Investitionen in eine eigene Produktionslinie in einer neuen Fabrik. Für Anleger steht damit neben der schwächeren Nachfrage auch die Weiterentwicklung des Angebots im Blick.
Neues Produkt trifft auf Kaufzurückhaltung
CHOCO WAFER soll in drei Sorten auf den Markt kommen. Die angekündigte Einführung ergänzt das Angebot in einer Phase, in der Lindt mit höherer Preissensibilität der Kunden konfrontiert ist. Die eigene Produktionslinie verbindet den Produktvorstoß mit einer Investition in die Fertigung.
Daraus lässt sich noch keine Trendwende im Geschäft ableiten. Die Ankündigung betrifft ein neues Angebot und die dafür vorgesehene Produktion. Ob daraus zusätzliche Nachfrage entsteht, ist eine andere Frage als die nach der technischen Herstellung. Für die Börseneinordnung bleibt deshalb der jüngst gesenkte Wachstumsausblick entscheidend.
Am 29. September reduzierte Lindt & Sprüngli die Prognose für das organische Umsatzwachstum 2026 von 4–6 % auf 0–2 %. Das Unternehmen verwies auf niedrigere als erwartete Bestellungen, insbesondere im saisonalen Geschäft in Deutschland, der Schweiz und Österreich.
Kleinere Verpackungen als weitere Antwort
Als Belastungen nannte Lindt außerdem die extreme Sommerhitze in Europa und die höhere Preissensibilität nach Preiserhöhungen infolge hoher Kakaokosten. Das neue Produkt startet somit unter schwierigeren Nachfragebedingungen. Eine breitere Auswahl allein beseitigt diese Belastungen nicht.
Reuters berichtete am 29. September ergänzend, Lindt wolle verstärkt kleinere Verpackungsgrößen anbieten und habe einen Einstellungsstopp verhängt. Damit stehen neben der Produkterweiterung auch Anpassungen des Angebots und Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Beide Maßnahmen sind getrennt von der angekündigten Investition in die Produktionslinie zu betrachten.
Für Anleger ergibt sich daraus ein differenziertes Bild: Lindt bremst nicht sämtliche Aktivitäten, sondern verbindet den Ausbau des Sortiments mit Maßnahmen angesichts der Kaufzurückhaltung. Die entscheidende Einschränkung bleibt die gesenkte Erwartung an das Umsatzwachstum.
Profitabilitätsziel bleibt bestehen
Unverändert erwartet Lindt für 2026 eine Verbesserung der EBIT-Marge um 20–40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr. Der schwächere Wachstumsausblick ging somit nicht mit einer Rücknahme dieses Profitabilitätsziels einher.
Für 2027 erwartet das Unternehmen wieder positives Volumenwachstum. Auch die mittelfristigen Ziele ab 2028 wurden bestätigt. Der Produktstart ist vor diesem Hintergrund ein Baustein der weiteren Geschäftsentwicklung, aber kein Beleg für eine bereits überwundene Nachfrageschwäche. Für Anleger zählt, ob Lindt seine bestätigten Profitabilitäts- und Volumenerwartungen trotz der Kaufzurückhaltung erfüllen kann.
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