Der Industriegasekonzern Linde treibt seine internationale Expansion mit neuen Großaufträgen und Anlagenübernahmen voran. Im Mittelpunkt der jüngsten Aktivitäten stehen Vorhaben in Zentralasien und Indien, die von milliardenschweren Investitionsplänen bis hin zu operativen Inbetriebnahme reichen. An den Märkten erfährt der Konzern für diese langfristige Ausrichtung weiterhin Zuspruch durch Analysten.
Vereinbarungen in Kasachstan und Zukäufe in Indien
In Kasachstan bereitet Linde neue Industrieprojekte mit einem potenziellen Gesamtvolumen von bis zu 500 Millionen US-Dollar vor. Nach einem Treffen zwischen Kasachstans Präsident Tokajew und Linde-Manager Oliver Pfann gestern unterzeichneten der Gaskonzern und das Industrieunternehmen Qarmet eine Vereinbarung über den Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage in Temirtau.
Die Gespräche der Partner erstreckten sich zudem auf Vorhaben in der Petrochemie, bei der CO₂-Abscheidung sowie im Bereich der Wasserstoffinfrastruktur.
Parallel dazu stärkt das Unternehmen seine Marktposition auf dem indischen Subkontinent. Die Tochtergesellschaft Linde India schloss gestern die Übernahme von zwei Luftzerlegungsanlagen am Standort Kalinganagar Phase II von Tata Steel ab.
Beide Einheiten verfügen über eine Tageskapazität von jeweils 1.800 Tonnen und nahmen den Betrieb sowie die Belieferung unmittelbar nach dem Vollzug auf. Bereits Anfang der Woche sicherte sich Linde zudem ein rund acht Acres großes Areal in Sanand im Bundesstaat Gujarat, um dort eine Anlage für hochreine Gase zur Halbleiterverpackung zu errichten.
Analysten sehen solide Perspektiven
Analystenhäuser bewerten die operative Entwicklung weiterhin überwiegend zuversichtlich. Analyst Laurence Alexander begründete die Einschätzung mit langfristigen Trends, die den Auftragseingang stützen, während Investoren den Fokus verstärkt auf Ausschüttungen und Portfoliooptimierungen richten.
Für das zweite Quartal 2026 hatte Linde zuvor einen Umsatz von 9,29 Milliarden US-Dollar sowie ein Ergebnis je Aktie von 4,50 US-Dollar ausgewiesen. Für das Gesamtjahr 2026 stellt die Prognose ein Ergebnis je Aktie zwischen 17,70 und 17,90 US-Dollar in Aussicht.
An der Börse zeigt sich der Titel stabil: Im deutschen Handel notiert das Papier heute bei 420,00 Euro und verzeichnet seit Jahresanfang einen Zuwachs von 16 Prozent. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 479,80 Euro verbleibt ein Abstand von 12 Prozent. Die neuen Industrie- und Infrastrukturprojekte untermauern das Bestreben des Konzerns, künftiges Wachstum über langfristig gebundene Lieferverträge in wachstumsstarken Schwellenländern abzusichern.
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