Die Aktie von Linde verzeichnete am Freitag ein Kursplus von 2,0 Prozent auf 426,00 Euro. Marktbeobachter führten das gestiegene Anlegerinteresse auf positive Berichte im Rahmen des Investorentags zurück.
Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass die beiden Endmärkte Raumfahrt und Elektronik bis zum Jahr 2030 rund 20 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen sollen. Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Titel durch ein freundlicheres Marktumfeld mit fallenden Ölpreisen und sinkenden Renditen bei US-Staatsanleihen.
Die gezielte Stärkung dieser Zukunftsfelder stößt am Markt auf Beachtung. Vor allem die Halbleiterindustrie und weltraumgestützte Programme verlangen hochreine Spezialgase sowie eine verlässliche technische Versorgung vor Ort. Durch diese Spezialisierung sichert sich der Industriegasekonzern langfristig gebundene Lieferverträge, die von den Zyklen der klassischen Grundstoffindustrie weitgehend unabhängig sind.
Großprojekte in Kasachstan und Indien
Parallel zu den strategischen Zielen im Technologiebereich erweitert Linde seine bestehende Produktionsbasis. Am Mittwoch besiegelte das Unternehmen eine Vereinbarung mit Qarmet über den Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage im kasachischen Temirtau. Kasachstans Staatspräsident begrüßte das Vorhaben und verwies auf Pläne für Projekte mit einem potenziellen Investitionsvolumen von bis zu $500 Millionen.
Einen weiteren operativen Vollzug meldete die Tochtergesellschaft Linde India. Sie schloss am Mittwoch die Übernahme von zwei Luftzerlegungsanlagen des Partners Tata Steel ab. Die beiden Einheiten im indischen Kalinganagar kommen auf eine Tageskapazität von jeweils 1.800 Tonnen. Vom dortigen Standort aus hat Linde die Belieferung mit Industriegasen bereits aufgenommen.
Die direkte Anbindung an große Kundenanlagen vor Ort gewährleistet feste Abnahmemengen über lange Laufzeiten. Dieses traditionelle Anlagengeschäft bildet das Fundament für die weitere Expansion.
Analysten heben stabile Auftragslage hervor
Auf Seiten der Analysten stoßen die Geschäftsperspektiven weiterhin auf Zustimmung. Das Analysehaus Jefferies bekräftigte am 30. September seine Einstufung mit „Buy“ und bezifferte das Kursziel auf $560. Analyst Laurence Alexander begründete die Haltung mit langfristigen Trends, die den Auftragseingang des Konzerns prägen.
Zurückhaltender äußerte sich Argus Research am 28. September. Das Haus senkte das Kursziel von $563 auf $538, sprach sich aber weiterhin für den Kauf der Aktie aus.
An der Börse schlägt sich diese Ausgangslage in einer stabilen Wertentwicklung nieder. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier ein Plus von 18 Prozent.
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