Linde trotzt dem volatilen Marktumfeld und gewinnt bei Analysten weiter an Gunst. Während viele Wettbewerber mit Lieferkettenproblemen kämpfen, punktet der Industriegase-Riese mit einem krisenfesten Geschäftsmodell. Eine aktuelle Neueinschätzung der US-Bank JPMorgan unterstreicht nun das weitere Aufwärtspotenzial für den Konzern.
Analysten sehen strukturelle Vorteile
Die Experten von JPMorgan haben die Einstufung für Linde am Freitag auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel deutlich von 455 auf 525 US-Dollar angehoben. Die Analysten begründen diesen Schritt mit der strukturell überlegenen Positionierung des Unternehmens im Vergleich zur Konkurrenz. Besonders die Kunden aus der Raffinerie- und Chemiebranche dürften ihre Produktion hochfahren, was die Nachfrage nach Industriegasen stützt.
Ein wichtiger Indikator für diese Entwicklung ist der sogenannte 3-2-1 Crack Spread, der die Profitabilität von Raffinerien misst. Dieser hat sich aufgrund steigender Ölpreise zuletzt von etwa 20 auf 40 US-Dollar verdoppelt. Höhere Margen bei den Kunden führen in der Regel zu einer höheren Auslastung der Linde-Anlagen, was sich direkt in den Auftragsbüchern niederschlägt.
Preismacht und Helium-Knappheit
Ein zentraler Treiber für die positive Entwicklung ist die Fähigkeit von Linde, steigende Rohstoffkosten systematisch an die Kunden weiterzugeben. Dies geschieht über langfristige Lieferverträge, die in Inflationsphasen einen effektiven Schutz der Margen bieten. Historisch gesehen gelingt es dem Konzern in einem solchen Umfeld sogar, Preiserhöhungen schneller durchzusetzen als der Wettbewerb.
Zusätzlicher Rückenwind kommt vom globalen Heliummarkt. Da QatarEnergy Teile seiner Produktion ausgesetzt hat, hat sich das zuvor bestehende Überangebot verknappt. In der Folge stiegen die Spotpreise für Helium um 20 bis 40 %. Auch wenn Linde nur einen kleinen Teil seines Heliumgeschäfts zu Spotpreisen abwickelt, sorgt die allgemeine Stabilisierung in diesem Segment für eine finanzielle Entlastung.
Linde plc Aktie Chart
Fokus auf Aktionäre und Expansion
Abseits der operativen Dynamik setzt das Management weiterhin auf Kontinuität bei den Ausschüttungen. Die Quartalsdividende wurde kürzlich um 7 % auf 1,60 US-Dollar pro Aktie erhöht. Damit steigert das Unternehmen seine Dividende bereits das 33. Jahr in Folge. Dieses verlässliche Profil lockt verstärkt institutionelle Investoren an; so haben zuletzt große ETFs ihre Positionen bei Linde weiter ausgebaut.
Parallel dazu investiert der Konzern in das künftige Wachstum. In Oshkosh, Wisconsin, ist der Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage geplant. Die Anlage soll ab der zweiten Jahreshälfte 2028 die Industrie sowie das Gesundheitswesen im Mittleren Westen der USA mit flüssigem Sauerstoff, Stickstoff und Argon versorgen.
Die Aktie beendete die Handelswoche bei 432,40 Euro und liegt damit nur noch rund 0,8 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Trotz des Kursplus von etwa 18 % seit Jahresbeginn deutet der Relative-Stärke-Index (RSI) von 36,6 darauf hin, dass der Titel technisch derzeit nicht überkauft ist. Das neue Kursziel von JPMorgan unterstreicht die Erwartung, dass die Volumensteigerungen in den USA und Europa die schwächere Nachfrage in einigen asiatischen Märkten kompensieren können.
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