Im Vorfeld der anstehenden Geschäftszahlen rückt die künftige Aufstellung des Industriegasekonzerns Linde verstärkt in den Fokus des Marktes. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht dabei insbesondere die US-Heimpflegemagstochter Lincare, deren strategische Rolle von Analystenseite zunehmend hinterfragt wird. An der Börse legte das Papier heute leicht um 0,5 Prozent zu und notierte bei 442,00 Euro.
Analysten diskutieren Portfoliooptionen
Am heutigen Mittwoch hat die Bernstein SocGen Group ihre Einstufung für Linde mit „Outperform“ und einem Kursziel von $563,00 bekräftigt. Medienberichten zufolge sprach sich Analyst James Hooper dabei für eine Veräußerung von Lincare aus, ohne zuvor eine umfassende operative Trendwende abzuwarten.
Nach Hooper-Einschätzung könnte der potenzielle Wert eines solchen Verkaufs die Rendite übersteigen, die sich mit einer aufwendigen Sanierung des Geschäfts erzielen ließe.
Die operative Entwicklung von Lincare beschäftigt den Markt bereits seit Tagen. Am 8. Oktober hatte BMO Capital das eigene Kursziel von $560 auf $546 zurückgenommen, die Einstufung jedoch ebenfalls auf „Outperform“ belassen. Begründet wurde dieser Schritt mit anhaltenden Belastungen in der Sparte sowie daraus resultierenden Risiken für Lindes angestrebtes Wachstum beim Gewinn je Aktie für das Jahr 2026 in Höhe von 10 Prozent.
Trotz der jüngsten Debatten über die Sparte liegt die Aktie mit einem Abschlag von 7,9 Prozent weiterhin in Reichweite ihres 52-Wochen-Hochs von 479,80 Euro. Weitere Häuser passten ihre Zielmarken in den vergangenen Tagen leicht nach unten an, blieben der Aktie gegenüber jedoch grundsätzlich positiv gestimmt.
Termin für Drittquartalszahlen fixiert
Klarheit über den bisherigen Geschäftsverlauf des laufenden Jahres dürften die anstehenden Finanzberichte bringen. Wie das Unternehmen Anfang des Monats ankündigte, werden die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 29. Oktober 2026 veröffentlicht. Am selben Tag plant das Management eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren abzuhalten.
Neben operativen Kennzahlen wurden zu Monatsbeginn zudem personelle Pflichtmitteilungen bekannt. Unter anderem reichte Armando Botello als Senior Vice President für die Region APAC eine Meldung über wirtschaftliches Eigentum ein.
Parallel dazu erhielten Mitglieder des Boards aufgeschobene Aktieneinheiten im Rahmen interner Vergütungs- und Aufschubpläne. Am Kapitalmarkt gilt die Aufmerksamkeit nun jedoch vor allem dem 29. Oktober, an dem das Management den Fortschritt bei den Jahreszielen und den Zustand der Randaktivitäten darlegen muss.
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