Der weltweit größte Industriegase-Konzern Linde hat heute seine Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei die Erwartungen des Marktes beim Gewinn übertroffen. Mit einem Rekord-Auftragsbestand im Bereich „Sale-of-Gas“ und einer angehobenen Prognose für das Gesamtjahr setzt das Unternehmen seinen Wachstumskurs fort, obwohl das Marktumfeld in Teilbereichen herausfordernd bleibt.
Starke Quartalszahlen und verbesserter Ausblick
Linde erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Umsatz von rund 9,3 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders positiv entwickelte sich das bereinigte Ergebnis je Aktie, das um zehn Prozent auf 4,50 US-Dollar stieg und damit die Konsensschätzungen der Analysten leicht übertraf. Der Nettogewinn belief sich auf 1,93 Milliarden US-Dollar.
Trotz eines leichten Margendrucks im US-Heimpflegegeschäft der Tochter Lincare und bei den Verkäufen von Hartwaren konnte Linde die bereinigte operative Marge bei 29,5 Prozent halten. Konzernchef Sanjiv Lamba sprach von einem soliden Quartal und verwies auf die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells. In der Folge hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an: Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll nun in einer Spanne von 17,70 bis 17,90 US-Dollar liegen, was einem Wachstum von acht bis neun Prozent entsprechen würde.
Milliardeninvestitionen in Halbleiter und Elektronik
Ein wesentlicher Treiber für die künftige Entwicklung ist der Rekordauftragsbestand im Segment „Sale-of-Gas“, der auf 8,1 Milliarden US-Dollar angewachsen ist. Hierbei spielt insbesondere die Nachfrage aus der Elektronik- und Halbleiterindustrie eine zentrale Rolle. Linde gab bekannt, rund eine Milliarde US-Dollar in Arizona zu investieren, um einen neuen Vertrag für die Elektronikfertigung in den USA zu bedienen.
Das Unternehmen plant für das laufende Jahr die Inbetriebnahme von mehr als 20 Projekten mit einem Investitionsvolumen von etwa 1,3 Milliarden US-Dollar. Während sich der Helium-Markt nach Einschätzung des Managements im kommenden Jahr normalisieren dürfte, bleibt der Elektroniksektor der wichtigste Wachstumsmarkt. Auch regional zeigt sich eine breite Basis: Während der Umsatz in Nord- und Südamerika um sieben Prozent stieg, verzeichnete die Region Asien-Pazifik ein Plus von 13 Prozent.
Analysten sehen weiteres Potenzial
In ersten Reaktionen zeigten sich Analysten überzeugt von der operativen Stärke. Das Analysehaus Jefferies stufte die Aktie auf „Buy“ ein und hob das Kursziel auf 560 US-Dollar an. Analyst Laurence Alexander begründete dies mit den soliden Quartalszahlen und dem aufgehellten Jahresausblick. Auch das Haus Bernstein bekräftigte seine positive Einschätzung mit einer „Outperform“-Einstufung und einem leicht erhöhten Kursziel von 564 US-Dollar.
An der Börse notiert die Aktie heute bei 414,20 € und verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 14,42%. Damit hält sich das Papier weiterhin oberhalb wichtiger Unterstützungslinien und liegt derzeit 1,63% über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für Anleger bleibt zudem die Dividendenpolitik attraktiv: Für das nächste Quartal ist eine Ausschüttung von 1,60 US-Dollar je Aktie vorgesehen, wobei das Ex-Datum für Anfang September angesetzt wurde. Das Unternehmen setzte zudem im abgelaufenen Quartal sein Kapitalrückführungsprogramm durch Aktienrückkäufe und Dividenden im Gesamtumfang von knapp 1,6 Milliarden US-Dollar fort.
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