Linde Aktie: EBITDA-Marge fällt auf 38,45 Prozent

Linde steigert Umsatz und Gewinn, erhöht den Jahresausblick, doch sinkende EBITDA-Margen lassen den Aktienkurs innerhalb von zwei Wochen um sechs Prozent fallen.

Auf einen Blick:
  • Linde übertrifft Analystenerwartungen im zweiten Quartal
  • Jahresprognose für bereinigtes EPS angehoben
  • EBITDA-Marge sinkt um 99 Basispunkte
  • Aktie verliert trotz Umsatzplus sechs Prozent

Der Industriegasekonzern Linde hat nach einem soliden zweiten Quartal seine Gewinnziele für das Gesamtjahr angehoben, sieht sich jedoch an der Börse mit wachsender Skepsis hinsichtlich seiner Profitabilität konfrontiert.

Obwohl das Unternehmen die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn pro Aktie übertreffen konnte, belastete ein Rückgang der operativen Margen die Stimmung der Anleger. In der Folge verlor die Aktie innerhalb der letzten zwei Wochen rund sechs Prozent an Wert.

Umsatzwachstum und angehobener Ausblick

In den Berichten zum zweiten Quartal wies Linde einen Umsatz von 9,29 Milliarden US-Dollar aus und übertraf damit die Konsensschätzung von 9,02 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) lag mit 4,50 US-Dollar ebenfalls leicht über den prognostizierten 4,49 US-Dollar.

Als Reaktion auf die bisherige Geschäftsentwicklung hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 an. Linde erwartet nun ein bereinigtes EPS in einer Spanne von 17,70 bis 17,90 US-Dollar.

Trotz dieser positiven Eckdaten reagierte der Markt empfindlich auf die Entwicklung der Profitabilität. Die EBITDA-Marge sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 99 Basispunkte auf 38,45 Prozent. Dieser Rückgang überschattete die guten Absatzzahlen und führte dazu, dass der Titel zuletzt an Boden verlor.

Mit einem aktuellen Kurs von 417,80 Euro hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch auf minus 13 Prozent ausgeweitet. Dennoch verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 15 Prozent und notiert damit weiterhin deutlich über seinem Niveau vom Januar.

Strategische Neuausrichtung und Investitionsprogramme

Um die künftige Ertragskraft zu sichern, treibt Linde umfangreiche Investitionsprojekte voran. Das Unternehmen gab bekannt, insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur für Industriegase in den USA und Taiwan zu investieren, um die wachsende Halbleiterindustrie zu beliefern.

Parallel dazu meldete Linde Engineering am 4. August einen Erfolg im Bereich der Dekarbonisierung: Aus der Elektrolyseanlage von RWE im emsländischen Lingen wurden erste Mengen grünen Wasserstoffs für das Projekt GET H2 Nukleus geliefert.

Medienberichten zufolge prüft das Management zudem weitreichende strukturelle Veränderungen. Um die Belastungen für die Gesamtmarge zu reduzieren, wird laut Analysten von BMO Capital ein Ausstieg aus dem Healthcare-Bereich in Erwägung gezogen. Ziel dieser Maßnahmen sei eine effizientere Kostenstruktur.

Flankiert wird diese Strategie durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Am vergangenen Mittwoch unterzeichnete Linde sechs neue langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs), um Standorte in Spanien, Griechenland, Südafrika und Indien mit Wind- und Solarenergie zu versorgen.

Analysten bewerten Wachstumschancen positiv

Die Einschätzungen der Expertenhäuser bleiben trotz der kurzfristigen Kurskorrektur überwiegend optimistisch. Die Analysten von Bernstein SocGen Group hoben am Montag ihr Kursziel für die Linde-Aktie von 559 auf 564 US-Dollar an und bestätigten die Einstufung auf „Outperform“. Sie verwiesen dabei insbesondere auf das zweistellige EPS-Wachstum im abgelaufenen Quartal. Auch die UBS Group bewertete das Unternehmen in einer Studie nach den Quartalszahlen positiv und setzte ein Kursziel von 612 US-Dollar fest.

Zudem zeigt sich ein anhaltendes Interesse institutioneller Investoren. Im zweiten Quartal baute die Czech National Bank ihre Position in Linde um 3,5 Prozent auf insgesamt 131.602 Aktien aus.

Auch Generali Investments Management erwarb am Dienstag laut Pflichtmitteilungen weitere Anteile im Wert von rund 2,93 Millionen US-Dollar. Diese Zukäufe stützen den Wert in einem volatilen Umfeld, in dem die Aktie mit einem Abstand von 1,9 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt derzeit eine wichtige charttechnische Unterstützungszone testet.

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