Linde hat heute eine Quartalsdividende von 1,60 $ je Aktie für das vierte Quartal 2026 beschlossen. Damit steht die nächste Ausschüttung fest. Für die operative Einordnung rückt zugleich die bevorstehende Veröffentlichung der Quartalszahlen in den Mittelpunkt. Hinzu kommen eine ausgeweitete Gasversorgung in Indien und ein Rechtsstreit im Zusammenhang mit einem gescheiterten Russland-Projekt.
Auszahlung im Dezember
Nach Unternehmensangaben wird die Dividende am 17. Dezember 2026 ausgezahlt. Maßgeblich ist der Aktionärsbestand am 3. Dezember. Dieser Stichtag ist vom Auszahlungstermin zu unterscheiden.
Die Ausschüttungsentscheidung ist damit konkret terminiert. Sie beantwortet allerdings eine andere Anlegerfrage als der anstehende Ergebnisbericht: Die Dividende legt die Zahlung an Aktionäre fest. Die Geschäftszahlen werden dagegen zeigen, wie sich das operative Geschäft entwickelt hat. Aus der Dividendenmeldung allein lässt sich diese Entwicklung nicht ableiten.
Linde hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 29. Oktober angekündigt. Auch die Telefonkonferenz zu den Zahlen soll an diesem Tag stattfinden.
Gasversorgung für Tata Steel ausgebaut
Operativ meldete Linde am Mittwoch eine Erweiterung der langfristigen Industriegasversorgung für Tata Steel in Kalinganagar in Indien. Das Unternehmen verdoppelte seine Kapazität am Standort durch zwei neu erworbene Luftzerlegungsanlagen.
Die Anlagen liefern Sauerstoff, Stickstoff und Argon. Die Erweiterung verbindet damit zusätzliche Versorgungskapazität mit einer bestehenden langfristigen Kundenbeziehung. Sie betrifft ein konkretes Industrieprojekt und ist von der heutigen Ausschüttungsentscheidung getrennt zu betrachten.
Linde zufolge liegt die regionale Sauerstoffkapazität damit bei mehr als 7.000 Tonnen täglich. Der Ausbau unterstützt die geplante Erhöhung der jährlichen Produktion von Tata Steel von 3 Millionen auf 8 Millionen Tonnen.
Rechtsstreit als zusätzlicher Risikofaktor
Neben diesen operativen Fortschritten steht die Auseinandersetzung mit der Deutschen Bank. Das Handelsblatt berichtete am 20. Oktober, beide Unternehmen hätten ihre Geschäftsbeziehung im Zuge eines Rechtsstreits um ein gescheitertes Russland-Projekt beendet.
Dem Bericht zufolge fordert die Deutsche Bank einschließlich aufgelaufener Zinsen rund 260 Millionen Euro von Linde. Das Unternehmen lehnte unter Verweis auf laufende Verfahren eine Stellungnahme ab.
Für Anleger stehen damit unterschiedliche Aspekte nebeneinander: Die Dividende ist beschlossen, die Kapazitätserweiterung in Indien ist vollzogen und die finanziellen Auswirkungen des Rechtsstreits sind nicht mit einer feststehenden Zahlung gleichzusetzen. Der nächste angekündigte operative Termin ist die Veröffentlichung der Quartalszahlen.
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