Linde sucht nach Halt. Nach einer Phase deutlicher Schwankungen greifen die ersten Investoren wieder zu. Während der Kurs zuletzt unter Druck geriet, füllen sich die Auftragsbücher des Industriegase-Riesen auf ein Rekordniveau.
Rekord-Auftragsbestand durch Chip-Boom
Der Konzern profitiert massiv vom Ausbau der globalen Halbleiter-Produktion. Der gesamte Projektbestand kletterte Ende des zweiten Quartals auf 11,1 Milliarden Dollar. Vor allem in den USA sichert sich das Unternehmen lukrative Großaufträge für die Versorgung mit hochreinen Prozessgasen.
In Phoenix investiert das Management rund eine Milliarde Dollar in neue Luftzerlegungsanlagen. Parallel dazu baut das Joint Venture Linde LienHwa seine Kapazitäten in Taiwan aus. Dort fließen etwa 800 Millionen Dollar in die Infrastruktur, um einen weltweit führenden Chiphersteller langfristig zu beliefern.
Analysten sehen Kaufchance
Große Finanzhäuser bewerten den jüngsten Kursrückgang als günstigen Einstiegszeitpunkt. Die UBS bekräftigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 612 Dollar. Indes sieht die Citigroup das faire Niveau bei 580 Dollar. Auch Bernstein hob seine Erwartung nach den jüngsten Quartalszahlen auf 564 Dollar an.
Institutionelle Investoren wie Confluence Investment Management halten trotz kleinerer Verkäufe an ihren Positionen fest. Linde bleibt dort eine der Kernbeteiligungen im Portfolio. Technisch nähert sich die Aktie mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 34,5 nun der überverkauften Zone an.
Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau
Am Mittwoch notierte das Papier bei 421,40 Euro. In den vergangenen 30 Tagen verlor der Kurs rund 10,83 Prozent. Marktbeobachter betrachten das aktuelle Niveau als solide Basis, um die jüngsten Margensorgen hinter sich zu lassen.
Für das Gesamtjahr 2026 plant Linde ein Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie zwischen 8 und 9 Prozent. Die schrittweise Umsetzung des milliardenschweren Projektbestands sowie die hohe Nachfrage aus der Luftfahrt und Elektronikindustrie stützen diesen Ausblick.
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