Li Auto-Aktie: JPMorgan sieht Gewinnrisiken voraus!

JPMorgan stuft Li Auto auf Underweight herab und sieht die Profitabilität durch fehlende neue Modelle und Preiskämpfe gefährdet. Die gesamte Branche leidet unter steigenden Rohstoffkosten.

Auf einen Blick:
  • JPMorgan stuft Li Auto von Neutral auf Underweight herab, Kursziel sinkt von 18 auf 14 US-Dollar
  • Fehlende neue Modelle treffen auf verstärkten Wettbewerb durch chinesische Rivalen mit überlappenden Angeboten
  • Rabatte von 20.000 bis 30.000 Renminbi könnten 2026 zu Umsatzrückgang von 10 Prozent und Gewinneinbruch führen
  • Branchenweiter Kostendruck durch 30 bis 50 Prozent höhere Preise für Lithium, Kupfer und Speicherchips erwartet

Die Aktie von Li Auto gab am Montag um 3,2 Prozent nach, nachdem die US-Investmentbank JPMorgan ihre Einschätzung deutlich verschärft hatte. Das Handelsvolumen stieg dabei auf über 3,96 Millionen Aktien. Analyst Nick Lai stufte den chinesischen Hersteller von Elektrofahrzeugen von Neutral auf Underweight herab und senkte das Kursziel von 18 auf 14 US-Dollar.

Fehlende Modelloffensive schwächt die Wettbewerbsposition

Der Hauptgrund für die pessimistische Einschätzung liegt in der Produktpipeline des Unternehmens. Während Wettbewerber in diesem Jahr neue Modelle mit erweiterter Reichweite und reine Batteriefahrzeuge auf den Markt bringen, die direkt mit Li Autos bestehendem Angebot konkurrieren, fehlt dem Unternehmen eine entsprechende Modelloffensive. Um diesem Druck zu begegnen, gewährt Li Auto derzeit Rabatte zwischen 20.000 und 30.000 Renminbi sowie weitere Preisnachlässe.

Diese Strategie dürfte jedoch ihre Spuren hinterlassen. Lai prognostiziert für 2026 einen Umsatzrückgang von rund 10 Prozent. Kombiniert mit den Preissenkungen, Rabatten und steigenden Inputkosten könnte die ohnehin fragile Profitabilität des Unternehmens komplett verschwinden. Die Aktie hat bereits im Jahresvergleich 31 Prozent an Wert verloren.

Li Auto Aktie Chart

Branchenweiter Kostendruck belastet alle Hersteller

Der Druck auf die Margen beschränkt sich allerdings nicht nur auf Li Auto. Lai erwartet, dass die gesamte Branche unter steigenden Rohstoffpreisen leiden wird. Die Spotpreise für Lithium, Kupfer und Speicherchips sind zuletzt um 30 bis 50 Prozent gestiegen. Diese Kostensteigerungen dürften sich ab dem zweiten Quartal entlang der gesamten Lieferkette bemerkbar machen.

Entsprechend hat JPMorgan die Gewinnschätzungen für wichtige chinesische Autobauer wie BYD, Great Wall, Nio, Xpeng, Leapmotor und Li Auto für 2026 nach unten korrigiert. Als mögliche Gegenmaßnahmen nennt Lai eine beschleunigte Produktion in Überseemärkten, den Ausbau der Vertriebsnetze und ein breiteres Produktangebot, um Zollrisiken und die Anti-Dumping-Politik der Europäischen Union abzufedern.

Anleger stehen vor der Frage, wie schnell Li Auto seine Modellpalette erneuern kann. Das durchschnittliche Kursziel der von FactSet befragten Analysten liegt bei 22,50 US-Dollar und damit deutlich über JPMorgans neuer Einschätzung. Die kommenden Quartale dürften zeigen, welche Sichtweise sich als realistischer erweist.

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