Wachsende Zahlen, fallender Kurs: LG Electronics hat für das dritte Quartal vorläufige Ergebnisse vorgelegt, die den Erwartungen deutlich hinterherhinken. Die Aktie gab in Seoul zeitweise um rund 8 Prozent nach und büßte damit fast die gesamten Gewinne des Vortags ein.
Solides Wachstum, aber klare Verfehlung
Der operative Gewinn stieg im Quartal um 13,5 Prozent auf 781,8 Milliarden Won, der Umsatz legte um 8,9 Prozent auf 23,83 Billionen Won zu. Das klingt nach einem ordentlichen Quartal. Der Markt hatte allerdings mehr erwartet: Die durchschnittliche Gewinnprognose lag bei 941,7 Milliarden Won, der operative Gewinn verfehlte sie damit um etwa 17 Prozent.
Als Belastung nennen Marktbeobachter vor allem die Sparte für Heizung, Lüftung und Kühlung. Dort sank die Profitabilität gegenüber dem Vorjahr, weil LG neue Produktionskapazitäten aufbaut und für aufstrebende Geschäfte mehr Personal einstellt.
Der Kursrutsch hat zudem eine Vorgeschichte. Am Vortag hatte die Aktie nach der Meldung eines Kühlauftrags für KI-Rechenzentren kräftig zugelegt. Diese Fantasie ist nun weitgehend verpufft.
Was das Unternehmen betont
LG selbst verweist auf stabile Marktpositionen trotz geopolitischer Unsicherheit und schwankender Konjunktur. Das B2B-Geschäft wachse weiter und stütze den Umsatz. Haushaltsgeräte und Fahrzeugkomponenten beschreibt der Konzern als verlässliche Cashgeneratoren. Auch im TV-Geschäft habe sich die Profitabilität verbessert, getragen von einem hochwertigeren Produktmix und Kosteneffizienz.
Die Investitionen in künftige Wachstumsfelder laufen parallel weiter, namentlich in Kühllösungen für KI-Rechenzentren und in Robotik-Infrastruktur. Genau diese Ausgaben drücken jedoch kurzfristig auf die Marge.
Über die ersten neun Monate zeigt sich ein starkes Bild. Der operative Gewinn kletterte um 55,9 Prozent auf 4,03 Billionen Won, der Umsatz stieg um 9,2 Prozent auf 71,38 Billionen Won. Beide Werte sind Rekorde für einen Neunmonatszeitraum.
Umfeld und nächste Termine
Zusätzlich belastete der schwache Gesamtmarkt. Der KOSPI verlor zeitweise mehr als ein Prozent, ausländische und institutionelle Anleger verkauften weiter Technologiewerte. Vor den vorläufigen Zahlen von Samsung am Donnerstag herrscht zudem Vorsicht.
Die Angaben von LG sind vorläufig, enthalten keinen Nettogewinn und unterliegen noch der externen Prüfung. Details dazu liefert der Konzern mit den vollständigen Quartalszahlen später im Oktober.
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