Levi Strauss-Aktie: Starkes Quartal – aber es gibt einen Haken!

Levi Strauss meldet starkes Umsatzwachstum und übertrifft Gewinnerwartungen, leidet jedoch unter sinkenden Margen durch Zölle und steigende Kosten. Die Jahresprognose wird angehoben.

Auf einen Blick:
  • Q1-Umsatz steigt um 14% auf 1,7 Milliarden Dollar
  • Bereinigtes EPS von 0,42 Dollar übertrifft Konsens
  • Margen unter Druck durch Zölle und höhere Werbekosten
  • CFO Harmit Singh kündigt seinen Abgang an

Fünf Prozent nach oben, auf 20,65 Dollar im nachbörslichen Handel. So reagierten Anleger am Dienstagabend auf die Quartalszahlen von Levi Strauss. Wer die Pressemitteilung allerdings in Ruhe liest, stellt fest: Der Jubel ist nur halb verdient.

CEO Michelle Gass sprach von „sehr starker finanzieller Performance“ im ersten Quartal, getragen von Wachstum in allen Regionen und Kanälen. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar, organisch waren es immerhin neun Prozent. Das bereingte EPS lag bei 0,42 Dollar, gegenüber 0,38 Dollar im Vorjahr. Der Adjusted EBIT kam mit 218 Millionen Dollar deutlich über dem Analystenkonsens von 198 Millionen Dollar herein. Soweit, so gut.

Die Margen erzählen eine andere Geschichte

Denn während oben mehr reinkommt, knabbern unten gleich mehrere Faktoren am Ergebnis. Die Bruttomarge fiel leicht auf 61,9 Prozent, nach 62,1 Prozent im Vorjahresquartal. Grund dafür: Zölle. Teilweise abgefedert zwar durch Preiserhöhungen und weniger Rabattaktionen, aber eben nur teilweise.

Noch deutlicher wird der Margendruck beim Blick auf die operative Ebene. Die bereinigte EBIT-Marge sank von 13,4 auf 12,5 Prozent. Die SGA-Kosten schossen von 749 auf 872 Millionen Dollar hoch, bereinigt ein Plus von 15,7 Prozent. Ein großer Brocken davon geht auf die neue Werbekampagne „Behind Every Original“ zurück, dazu kamen höhere Umsatzvolumina und Währungseffekte.

Levi Strauss & Co. Aktie Chart

Guidance angehoben, Chef geht

Immerhin hebt Levi Strauss die Jahresprognose an. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun ein Umsatzwachstum von 5,5 bis 6,5 Prozent. Das EPS soll zwischen 1,42 und 1,48 Dollar landen, Mittelpunkt 1,45 Dollar, minimal unter dem Konsens von 1,46 Dollar. Gass betonte, man bleibe „vorsichtig“ angesichts des externen Umfelds. Ein Wort, das man bei Levi Strauss wohl öfter hören wird, solange die Zollpolitik in Washington so unberechenbar bleibt.

Dann noch das: Finanzchef Harmit Singh verlässt das Unternehmen. Er ist seit 2013 an Bord, hat die Rolle zuletzt um die des Chief Growth Officer erweitert und gilt als einer der Architekten der Transformation. Levi Strauss hat eine Nachfolgersuche eingeleitet, Singh bleibt bis zur Übergabe. Solche Abgänge kommen selten zum perfekten Zeitpunkt.

Die Aktie notiert aktuell nach Handelsschluss bei 19,71 Dollar, die 52-Wochen-Spanne reicht von 12,17 bis 24,82 Dollar. Bis zum alten Hoch ist also noch ein stückweit Weg. Und der Zollgegenwind weht weiter.

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