Leonardo steuert auf eine entscheidende Woche zu. Der italienische Rüstungskonzern hat einen milliardenschweren Auftrag in Asien unter Dach und Fach gebracht. Nun blicken Marktteilnehmer gespannt auf die anstehende Bilanzvorlage für das erste Halbjahr 2026.
Asien-Auftrag bringt Schwung
Das Unternehmen hat die Verhandlungen mit dem indonesischen Verteidigungsministerium erfolgreich abgeschlossen. Der Vertrag umfasst die Lieferung von 12 leichten Kampfflugzeugen des Typs M-346F. Das gesamte Auftragsvolumen liegt bei rund einer Milliarde Euro.
Indonesien ist damit der erste Kunde aus der Region für diese spezielle Flugzeug-Variante. Die Auslieferungen sollen im Jahr 2030 beginnen. Dieser Abschluss stärkt den Auftragsbestand, der bereits Ende März bei beachtlichen 57 Milliarden Euro lag.
Fokus auf den Halbjahresbericht
In der kommenden Woche legt das Management die Zahlen für die ersten sechs Monate vor. Nach einem starken Jahresauftakt suchen Analysten nach einer Bestätigung für die Ziele des laufenden Geschäftsjahres. Im ersten Quartal stiegen die Neuaufträge bereits um 31 Prozent auf neun Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz von rund 21 Milliarden Euro an. Das bereinigte operative Ergebnis soll bei etwa 2,03 Milliarden Euro liegen. Investoren achten dabei besonders auf die Integration der zugekauften Sparte Iveco Defence Vehicles und deren Einfluss auf die Margen.
Hürden im Weltraum-Geschäft
Parallel zu den operativen Erfolgen droht politischer Gegenwind bei strategischen Projekten. Konzernchef Roberto Cingolani äußerte jüngst Bedenken zum geplanten Satelliten-Bündnis mit Airbus und Thales. Das Projekt „Bromo“ steht unter strenger Beobachtung der europäischen Wettbewerbshüter.
Die EU-Kommission fordert offenbar weitreichende Zugeständnisse für eine Genehmigung der Fusion. Cingolani warnte, dass zu harte Auflagen die wirtschaftliche Logik des Vorhabens zerstören könnten. In diesem Fall müsste Leonardo seine Weltraum-Strategie womöglich wieder eigenständig vorantreiben.
Die Aktie beendete die letzte Handelswoche bei 52,02 Euro. Damit notiert das Papier knapp zwei Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Bestätigt der Finanzbericht den positiven Trend, könnte der Kurs den Abstand zum bisherigen Jahreshoch von 66,24 Euro weiter verringern.
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