Leonardo setzt ein klares Signal an den Markt. Der italienische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern startet sein Aktienrückkaufprogramm und trifft damit auf Anleger, die nach dem jüngsten Kursrückgang wieder nach Stabilität suchen. Die Aktie reagierte freundlich, obwohl der Titel technisch noch angeschlagen wirkt.
Rückkauf mit begrenztem Umfang
Leonardo bestätigte am Dienstag, 19. Mai 2026, den Beginn des Rückkaufprogramms in den kommenden Tagen. Vorgesehen ist der Erwerb von bis zu 2,0 Millionen eigenen Stammaktien über einen Zeitraum von maximal 18 Monaten.
Die Grundlage hatte die Hauptversammlung Anfang Mai gelegt. Der Konzern hält bereits rund 1,2 Millionen eigene Aktien, was etwa 0,2 Prozent des Grundkapitals entspricht.
An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Aktie notierte zuletzt bei 50,65 Euro und lag damit 1,44 Prozent im Plus. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt bleibt mit knapp 11 Prozent allerdings deutlich negativ – der Rückkauf allein dreht den Chart noch nicht.
Für den Markt zählt weniger die Größe des Programms als das Signal. Leonardo zeigt, dass nach hohen Investitionen wieder mehr Spielraum für Kapitalrückflüsse besteht. Kein Wunder, dass Anleger darauf achten.
Starke Aufträge schüren Erwartungen
Der Zeitpunkt ist interessant. Bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal hatte das Management die Jahresziele noch bestätigt. Die operative Entwicklung war aber stark genug, um Spekulationen über eine mögliche Anhebung der Prognose am Leben zu halten.
Der Auftragseingang erreichte im ersten Quartal 9 Milliarden Euro und lag damit 31 Prozent über dem Vorjahr. Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz kam auf 2,0. Damit füllte sich der Auftragsbestand weiter auf.
Auch im laufenden Geschäft zeigte sich Dynamik. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das EBITA sprang um 33 Prozent auf 281 Millionen Euro.
Diese Zahlen passen zu einem Umfeld, in dem europäische Verteidigungsausgaben strukturell steigen. Für Leonardo bedeutet das bessere Planbarkeit, aber auch hohe Anforderungen an Produktion, Lieferketten und Cashflow.
Schulden und Strategie im Blick
Parallel arbeitet der Konzern an der Integration von Iveco Defence Vehicles. Die Übernahme wurde im März 2026 für rund 1,6 Milliarden Euro abgeschlossen und aus eigenen Mitteln finanziert. Die Nettoverschuldung lag zum Ende des ersten Quartals bei 3,0 Milliarden Euro.
Unter dem neuen Verwaltungsrat mit Francesco Macrì und Lorenzo Mariani prüft Leonardo zudem die Rolle der Beteiligung an Hensoldt. Der Anteil am deutschen Rüstungselektronikunternehmen beträgt 22,8 Prozent. Strategisch wichtig bleiben auch MBDA sowie die geplante Raumfahrtkooperation mit Airbus und Thales unter dem Namen Project Bromo.
Die Hauptversammlung genehmigte außerdem eine Dividende von 0,63 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Der Dividendenabschlag ist für den 22. Juni 2026 vorgesehen, die Zahlung für den 24. Juni 2026.
Rückenwind kommt von der Kreditseite. Moody’s hat Leonardo zuletzt höher eingestuft, Standard & Poor’s verbesserte den Ausblick. Der Markt wird nun vor allem darauf achten, ob aus den starken Aufträgen in den nächsten Monaten auch höhere Ziele und verlässlichere Mittelzuflüsse werden.
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