Ein massiver Kursrutsch hat die Anteilscheine von Lenzing am heutigen Freitag erfasst. Das Wertpapier brach im Tagesverlauf um 28 Prozent auf 14,02 Euro ein. Ausschlaggebend für die schweren Verluste am Markt ist die angekündigte Kapitalerhöhung, die bei den Marktteilnehmern erhebliche Bedenken hinsichtlich einer Verwässerung der bestehenden Anteile hervorgerufen hat.
Berenberg stuft die Aktie ab
Die drastische Marktreaktion rief umgehend die Analysten auf den Plan. Berenberg stufte die Aktie heute von „Buy“ auf „Hold“ herab und reduzierte zugleich das Kursziel für den Faserhersteller. Das Institut begründete diesen Schritt neben der Kapitalmaßnahme selbst auch mit einer abwartenden Haltung des Hauptaktionärs Suzano.
Zusätzlicher Verkaufsdruck entstand durch kritische Stimmen aus dem Bankensektor. Laut einem Bericht von n-tv verwiesen auch die Analysten von Raiffeisen am heutigen Freitag ausdrücklich auf Verwässerungsbedenken im Zusammenhang mit der Ausgabe der neuen Anteile. Die Skepsis über die Konditionen der Transaktion überlagerte damit den gesamten Handelstag.
Infolge des Abverkaufs markierte die Aktie im Tagestief mit 13,84 Euro zugleich ein neues 52-Wochen-Tief. Die Marktteilnehmer preisen die veränderten Rahmenbedingungen und die zusätzliche Belastung des Titels nun in hohem Tempo ein.
Details zur 300-Millionen-Euro-Finanzierung
Den Auslöser für den Kurssturz bildete der offizielle Start der Transaktion am gestrigen Donnerstag. Lenzing leitete eine vollständig garantierte Bezugsrechtskapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro ein. Geplant ist dabei die Ausgabe von 34.756.362 neuen Aktien, um dem Unternehmen frische Mittel zuzuführen.
Die Konditionen bedeuten für Altaktionäre einen deutlichen Abschlag. Das Bezugsverhältnis wurde auf 10 zu 9 festgelegt, während der Ausgabepreis bei 8,65 Euro je Anteilsschein liegt. Dieser Bezugspreis liegt nach Unternehmensangaben 42,50 Prozent unter dem theoretischen Ex-Bezugsrechtspreis, basierend auf dem Schlusskurs vom 30. September.
Für die bestehenden Anteilseigner beginnt die eigentliche Umsetzungsphase in der kommenden Woche. Die Frist für den Bezug der neuen Anteile soll am Dienstag, den 6. Oktober, anlaufen und bis einschließlich 20. Oktober 2026 dauern. Bis zu diesem Stichtag haben Investoren Zeit, ihre Bezugsrechte auszuüben oder über die Börse zu veräußern.
Weiterer Umbau durch Standortverkauf
Parallel zu den Schritten am Kapitalmarkt arbeitet das Management an der Optimierung der operativen Strukturen. Dazu zählt unter anderem die Trennung von einzelnen Produktionsstätten.
Medienberichten zufolge gibt es für das zum Verkauf stehende Lyocell-Werk im burgenländischen Heiligenkreuz reges Interesse aus der Industrie. Demnach haben sich für den Standort bereits mehr als 30 Interessenten gemeldet. Die offizielle Angebotslegung der potenziellen Käufer soll planmäßig im laufenden Monat Oktober anlaufen.
Lenzing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lenzing-Analyse vom 02. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Lenzing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lenzing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
