An der Wiener Börse beginnt am heutigen Dienstag der Handel mit den Bezugsrechten des Faserherstellers Lenzing. Marktteilnehmer können die Rechte bis zum 14. Oktober unter der ISIN AT0000A3XCR6 kaufen oder verkaufen. Gleichzeitig startet heute die Bezugsfrist für die neuen Anteile. Aktionäre wägen ab, ob sie neue Aktien zeichnen oder ihre Anrechte über den Markt veräußern.
Mit dem Zufluss aus der Transaktion will der Konzern seine finanzielle Basis festigen. Das Management plant, die Mittel für die Umsetzung des Programms „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ einzusetzen. Die Neuausrichtung soll das Kerngeschäft stabilisieren und den Handlungsspielraum im operativen Geschäft erweitern.
Angestrebt wird durch die Barkapitalerhöhung ein Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro. Das Unternehmen sieht die Ausgabe von insgesamt 34.756.362 neuen Aktien vor. Der Bezugspreis wurde dabei auf 8,65 Euro je Anteil festgelegt.
Rückendeckung durch Kernaktionäre
Wesentliche Anteilseigner stellen sich hinter die Kapitalmaßnahme und garantieren deren Durchführung. Die B&C-Gruppe, Suzano S.A. und die Oberbank AG haben sich verpflichtet, sämtliche ihnen zustehenden Bezugsrechte voll auszuüben. Damit ist ein maßgeblicher Teil der Emission bereits fest abgesichert.
Die Transaktion stützt sich auf einen Beschluss der außerordentlichen Hauptversammlung vom 25. August. Altaktionäre können im Bezugsverhältnis von 10:9 neue Papiere erwerben. Wer zehn Altaktien hält, darf demnach neun neue Anteilsscheine beziehen.
Deutliche Kursverluste und Analystenreaktion
An der Börse überwog zuletzt dennoch die Skepsis der Investoren. Medienberichten zufolge hielt der anhaltende Verkaufsdruck nach der Ankündigung der Kapitalerhöhung unvermindert an. Zusätzliche Beschlüsse der Unternehmensführung gab es seither nicht.
Die Notierung ohne Bezugsrecht hatte bereits zu massiven Verlusten geführt. An einem Handelstag verlor der Titel 29,54 Prozent an Wert. Gestern büßte das Papier weitere 1,7 Prozent ein und schloss bei 13,78 Euro.
Vor allem die Verwässerung der bestehenden Anteile und das veränderte Marktumfeld belasten die Stimmung. Hinzu kommt, dass sich erhoffte Ergebniseffekte durch veränderte Rohstoffnotierungen in der Branche bislang nicht wie gewünscht eingestellt haben.
Am Freitag passte die Berenberg Bank ihre Einstufung an die veränderte Lage an. Analyst Sebastian Bray senkte das Votum von „Buy“ auf „Hold“. Zugleich reduzierte er das Kursziel von 29,50 auf 17,00 Euro. Als Gründe nannte er ausbleibende Gewinneffekte durch höhere Baumwoll- und Viskosepreise, die Kapitalerhöhung sowie steigende Zinsen.
Lenzing-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lenzing-Analyse vom 06. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Lenzing-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lenzing-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
