Die Aktien der Lenzing AG verzeichneten gestern einen deutlichen Kurseinbruch von 28 Prozent auf 14,02 Euro. Der massive Kursrückgang fiel mit dem ersten Handelstag der Anteile ohne Bezugsrecht zusammen. Neben dem rein rechnerischen Ex-Rechte-Abschlag im Zuge der laufenden Barkapitalerhöhung belastete eine zeitgleiche Herabstufung durch das Analysehaus Berenberg die Notierung des österreichischen Faserherstellers.
Rechnerischer Abschlag und Berenberg-Votum
Auslöser der Kursanpassung war das formelle Anlaufen der Transaktion am gestrigen Handelstag, an dem die Titel erstmals ex Bezugsrecht notierten. Das Unternehmen bezifferte den rechnerischen Abschlag zum theoretischen Ex-Bezugsrechtspreis auf 42,50 Prozent. Laut Berichten der Nachrichtenagentur APA verstärkte die anstehende Kapitalmaßnahme den Verkaufsdruck an den Märkten merklich.
Zusätzliche Skepsis brachte die Berenberg Bank in den Markt. Analyst Sebastian Bray stufte das Papier gestern von zuvor „Buy“ auf „Hold“ herab und senkte das Kursziel von 29,50 Euro drastisch auf 17,00 Euro.
Zur Begründung verwies der Experte auf die Ergebniswirkung der höheren Baumwoll- und Viskosepreise, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Zudem führten die Kapitalerhöhung und das Umfeld steigender Zinsen zu einer vorsichtigeren Einschätzung der weiteren Geschäftsentwicklung.
Details zur Barkapitalerhöhung
Die vom Vorstand und Aufsichtsrat beschlossene Kapitalmaßnahme soll dem Konzern einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro einbringen. Die Transaktion ist vollständig garantiert. Insgesamt werden 34.756.362 neue Aktien zu einem Bezugspreis von 8,65 Euro je Anteilsschein ausgegeben. Das festgelegte Bezugsverhältnis liegt bei 10 zu 9, sodass Altaktionäre für zehn bestehende Papiere neun neue Aktien erwerben können.
Die offizielle Bezugsfrist beginnt voraussichtlich am 6. Oktober und läuft bis einschließlich 20. Oktober. Nicht ausgeübte Rechte verfallen nicht zwingend ungenutzt, sondern können im Rahmen des Börsenhandels veräußert werden. Nach Angaben der Wiener Börse ist der Bezugsrechtshandel für den Zeitraum vom 6. Oktober bis zum 14. Oktober terminiert.
Weiterer Ausblick auf die Geschäftszahlen
Durch den Kursrückgang beläuft sich die Marktkapitalisierung von Lenzing auf 789,74 Millionen Euro. Für Anleger verschiebt sich der Fokus nach der operativen Durchführung der Kapitalmaßnahme auf die fundamentale Ertragslage.
Das Unternehmen plant die Vorlage der Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 5. November. Dieser Bericht wird zeigen, wie sich die Faserpreise und die Finanzierungskosten in den operativen Kennzahlen des Konzerns niedergeschlagen haben.
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