Die Lenzing AG hat am heutigen Donnerstag die konkreten Bedingungen ihrer geplanten Barkapitalerhöhung bekanntgegeben. Das Unternehmen beabsichtigt die Ausgabe von 34.756.362 neuen Aktien. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro je Anteilsschein festgelegt. Aus der Transaktion strebt der Konzern einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro an.
Die Veröffentlichung dieser Eckdaten löste an den Handelsplätzen unmittelbare Kursreaktionen aus. Im heutigen Handel verlor das Papier 8,9 Prozent auf 18,86 Euro. Belastend wirkte vor allem der deutliche Bewertungsabschlag des Ausgabepreises gegenüber dem jüngsten Kursniveau. Marktteilnehmer preisen die anstehende Verwässerung der bestehenden Anteile damit zügig ein.
Sanierungsstrategie und Zeitplan
Die Kapitalmaßnahme ist nach Unternehmensangaben vollständig garantiert. Den bisherigen Anteilseignern werden im Zuge der Emission entsprechende Bezugsrechte eingeräumt. Die Bezugsfrist soll voraussichtlich vom 6. bis einschließlich 20. Oktober 2026 laufen.
Die frischen Mittel sollen primär der Stärkung der bilanziellen Struktur dienen. Zugleich will das Unternehmen die Neuausrichtung unter dem Leitsatz „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ vorantreiben. Dabei steht die Neuausrichtung des Fasergeschäfts im Mittelpunkt der Planungen. Der Konzern beabsichtigt eine stärkere Fokussierung auf margenstärkere Spezialbereiche.
Umbau des Produktionsnetzwerks
Parallel zu den finanziellen Maßnahmen treibt Lenzing den Umbau der Konzernstrukturen voran. Für das zum Verkauf stehende Werk in Heiligenkreuz haben sich Medienberichten zufolge mehr als 30 Interessenten gemeldet. Die Phase für verbindliche Angebote soll im Oktober beginnen. Dieser Schritt soll zur Straffung des weltweiten Fertigungsnetzwerks beitragen.
Einordnung in die Konzernentwicklung
Die Festlegung der Emissionskonditionen folgt auf mehrere weitreichende Beschlüsse der vergangenen Wochen. Die Anteilseigner hatten die Kapitalerhöhung beschlossen (vor gut drei Wochen, seither -16,7 %). Zudem wurde die Konsolidierung der Faserproduktion angestoßen (vor über einem Monat, seither -19,7 %). Auf Führungsebene wurde Kasperkovitz zum Lenzing-Vorstandsvorsitzenden bestellt (vor rund einem Monat, seither -17,1 %).
Mit der Bekanntgabe der Transaktionsdetails tritt die Restrukturierung in eine entscheidende Umsetzungsphase. Für die Investoren rückt die bevorstehende Ausübung der Bezugsrechte im Verlauf des Oktobers in den Fokus.
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