Lenzing Aktie: 24 Millionen Euro Gewinn im Q1

Lenzing zeigt operative Erholung mit Gewinn im ersten Quartal 2026. Neue CEO-Ernennung und Produktpreise stützen die Stabilisierung.

Auf einen Blick:
  • Positives Quartalsergebnis nach Verlustserie
  • Georg Kasperkovitz übernimmt CEO-Posten
  • Auszeichnung für Wischprodukt DualWipe
  • Aktie mit Kursplus seit Jahresbeginn

Nach einem herausfordernden Turnaround-Jahr setzt der österreichische Faserhersteller Lenzing verstärkt auf Produktinnovationen und eine stabile Führungsstruktur. Medienberichten zufolge erhielt das Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 eine positive Resonanz auf internationalen Leitmessen wie der CIDPEX und der Techtextil. Besonders das High-Performance-Wischprodukt „DualWipe“ stand im Fokus und wurde mit dem „INDEX-Award“ ausgezeichnet. Diese Anerkennung unterstreicht die Bemühungen des Konzerns, sich durch Spezialanwendungen in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld zu differenzieren.

Neuausrichtung unter neuer Führung

Seit dem 1. Juni 2026 verantwortet Georg Kasperkovitz offiziell die Position des Vorstandsvorsitzenden. Kasperkovitz, der bereits als Chief Operations Officer (COO) für das Unternehmen tätig war, übernimmt die CEO-Rolle zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Der Aufsichtsrat hat ihn mit einer Vertragslaufzeit bis Ende Mai 2029 ausgestattet. Damit soll die strategische Kontinuität nach einer Phase personeller Veränderungen sichergestellt werden.

Parallel zur personellen Weichenstellung treibt Lenzing die Optimierung seiner Bilanz voran. Im April veräußerte das Unternehmen Anteile an der Oberbank AG aus seinem historischen Beteiligungsportfolio. Medienberichten zufolge dient dieser Schritt der Liquiditätsoptimierung. Zudem wurde im Februar der Erwerb einer Mehrheit an einem schwedischen Betrieb bekannt, um die Marktposition im skandinavischen Raum zu festigen. Auch innerhalb des Managements gab es Zeichen des Vertrauens: Vorstandsmitglied Christian Skilich erwarb bereits im Februar 1.900 Aktien zu einem Preis von 51.414 Euro.

Finanzielle Stabilisierung nach Turnaround-Quartal

Die im Mai veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2026 signalisieren eine operative Erholung. Lenzing erzielte ein positives Ergebnis nach Steuern in Höhe von 24 Millionen Euro. Dies markiert eine Trendwende, nachdem der Konzern im Geschäftsjahr 2025 drei verlustreiche Quartale in Folge hinnehmen musste. Der Umsatz sank im ersten Quartal zwar um 10,8 Prozent auf 615,7 Millionen Euro, doch die Rückkehr in die Gewinnzone stützt die Erwartungen an eine dauerhafte Stabilisierung.

Bereits im Jahresabschluss 2025 deutete sich trotz eines Nettoverlustes von 135,2 Millionen Euro eine operative Verbesserung an. Das bereinigte EBITDA stieg in diesem Zeitraum um 7,6 Prozent auf 425,6 Millionen Euro, während der Gesamtumsatz bei 2,6 Milliarden Euro lag. Analyst Gregor Koppensteiner von Raiffeisen Research stufte die Aktie am 7. Juli 2026 auf „Halten“ mit einem Kursziel von 25,00 Euro ein. Er begründete dies mit ersten Stabilisierungstendenzen bei den Preisen für Stapelfasern und Zellstoff seit Beginn des laufenden Jahres.

Marktentwicklung und Ausblick auf die Halbjahreszahlen

An der Börse zeigte sich der Wert zuletzt robust und schloss am Freitag bei 25,70 Euro. Damit verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von 10,54 Prozent. Der Kurs notiert aktuell mit einem Abstand von 6,52 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 200 Tage, was charttechnisch als positives Signal gewertet wird.

Ein wichtiger Ankerpunkt für Investoren war der Einstieg des brasilianischen Zellstoffproduzenten Suzano S.A., der im August 2024 einen Anteil von 15 Prozent an Lenzing von der B&C Gruppe erworben hatte. Dieser Deal wurde zu einem Preis von 39,70 Euro je Aktie abgeschlossen. Das nächste große Ereignis im Finanzkalender ist der 5. August 2026. An diesem Tag wird die Lenzing AG ihre detaillierten Ergebnisse für das erste Halbjahr 2026 vorlegen, welche Aufschluss über die Nachhaltigkeit der jüngsten Erholung geben dürften.

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