Lenovo-Aktie: Kein Zurück mehr?

Lenovo prognostiziert langfristig hohe NAND-Preise. Der Konzern hofft auf schmerzfreie Weitergabe der Kosten im Datacenter-Geschäft.

Auf einen Blick:
  • NAND-Preise bleiben wohl dauerhaft hoch
  • Lenovo erwartet keine Rückkehr zu alten Niveaus
  • Kostenweitergabe an Kunden als Hoffnungsträger
  • Aktie erholt sich nach anfänglichen Verlusten

Hohe Preise für Speicherchips beschäftigen die Märkte weiterhin und haben in den USA nun sogar schon eine Klage ausgelöst. Wer sich Hoffnungen darauf macht, dass die Lage sich eines Tages wieder entspannen könnte, bei dem dürfte der Computerhersteller Lenovo für Enttäuschung sorgen. Wie „Computerbase“ berichtet teilte das Unternehmen bei einem Vortrag zur ISC 2026 mit, dass die NAND-Preise wohl lange Zeit auf hohem Niveau bleiben dürften.

Lenovo ging sogar so weit, vorherzusagen, dass die Preise nie mehr auf das Niveau von vor ein paar Jahren fallen werden. „Nie“ ist dabei nicht wörtlich zu nehmen. Doch mindestens für das laufende Jahrzehnt rechnet die Branche mit anhaltend hohen Preisen, das ist längst nicht nur bei Lenovo der Fall.

Ist das gut oder schlecht für Lenovo?

Für Lenovo ist das nicht die beste Entwicklung, die man sich vorstellen könnte. Denn im KI-Zeitalter ist Speicher heiß begehrt und natürlich muss der chinesische Konzern die fürstlichen Margen erst einmal bezahlen. Allerdings besteht gleichzeitig die Hoffnung, dass dies weitgehend schmerzfrei an die eigenen Kunden weitergereicht werden kann.

Lenovo Aktie Chart

Insbesondere im Datacenter-Bereich wird bei den Preisen nicht allzu genau hingesehen. Im Consumer-Markt sieht das anders aus, doch dort liegt aktuell nicht der Fokus. Die Lenovo-Aktie reagierte zunächst mit Verlusten, konnte diese mit Aufschlägen von über acht Prozent am Dienstag aber schon wieder egalisieren.

Das neue Normal

Für den Moment werden Anlegerinnen und Anleger sich damit anfreunden müssen, dass hohe Speicherpreise die neue Normalität darstellen und es schadet nicht, dies bei Investments auch zu berücksichtigen. Lenovo wird darunter aber sehr wahrscheinlich nicht der größte Leidtragende sein. Hersteller von Smartphones und anderen Geräten, die sich hauptsächlich an Verbraucher richten, haben einen deutlich schwereren Stand.

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