Lenovo-Aktie: IBM-kompatibel!

IBMs überraschend gute Quartalszahlen beflügeln die gesamte Branche. Lenovo legt ohne eigene Meldungen um 22 Prozent zu.

Auf einen Blick:
  • IBM übertrifft Erwartungen deutlich
  • KI-Server-Nachfrage treibt Wachstum
  • Lenovo-Aktie steigt um 22 Prozent
  • Speicherpreise bleiben ein Risiko

Der US-Computerhersteller IBM hat gestern nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt, welche selbst die Erwartungen der größten Optimisten regelrecht pulverisieren konnten. Umsätze und Gewinne explodierten förmlich und für die Zukunft wird weiteres Wachstum in Aussicht gestellt. An der Börse sorgt das für nachhaltige Signale und die IBM-Aktie schoss nachbörslich zeitweise um 40 Prozent in die Höhe.

Es zeigt sich zum einen, dass die Nachfrage nach KI-Servern ungebrochen ist. Zum anderen werden Befürchtungen entkräftet, dass höhere Speicherpreise den Computerbauern zu schaffen machen könnten. Das hinterlässt auch bei der Aktie von Lenovo Eindruck, die ganz ohne unternehmenspezifische Meldungen heute um 22 Prozent auf 24 Hongkong-Dollar zulegen konnte.

Lenovo im KI-Rausch

Zwar bleibt die Speicherkrise durchaus ein Problem, wenn es um Notebooks und Computer für Verbraucher geht. Jene verhalten sich nämlich in der Regel kostensensitiv und jede Preissteigerung nagt an den Absatzzahlen. Bei der Kundschaft aus dem Serversegment scheinen Preise hingegen derzeit gar keine Rolle zu spielen. Lenovo als einer der größten Ausrüster in diesem Bereich ist damit klar im Vorteil.

Lenovo Aktie Chart

Die Schattenseite des heutigen Kurssprungs sind die damit verbundenen Erwartungen. Kann Lenovo nicht im gleichen Maßstab punkten wie IBM, so wäre wohl eine Korrektur fällig. Gewissheit wird es erst im Juli geben, wenn der chinesische Hersteller das nächste Mal einen Blick in seine Bücher gewährt.

Kein Ende in Sicht

Die treibende Kraft hinter der Rallye in der Branche scheint sehr lebendig zu bleiben. Zwar warnen noch immer einige Skeptiker vor einer Blasenbildung, darunter der bekannte Investor Michael Burry. Die Märkte lassen sich davon aber nicht weiter stören. Solange die Zahlen der Branchenvertreter immer weiter in die Höhe schießen, treten Sorgen um ein Ende des Booms in den Hintergrund.

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