Lanxess gerät heute unter deutlichen Verkaufsdruck. Ausgelöst wurde die Schwäche vor allem durch Berichte über mögliche US-Strafzölle auf Chemieprodukte und eine Reihe skeptischer Analystenstimmen. Kann das Management die Bilanzrisiken und die Wachstumsunsicherheit ausreichend entschärfen?
US-Handelspolitik und Analysten drücken Stimmung
Die jüngsten Meldungen zu möglichen US-Strafzöllen treffen die exportorientierte Chemiebranche. Für Lanxess, das einen nennenswerten Anteil seines Umsatzes in Nordamerika erzielt, bedeuten höhere Handelsschranken potenziell sinkende Margen und deutlich mehr Unsicherheit bei den Absatzpreisen. Diese makroökonomische Komponente allein hätte Marktreaktionen ausgelöst — hinzu kommen konkrete Analystenurteile.
Mehrere Institute bestätigten zuletzt negative Einschätzungen: UBS hält an einem „Sell“-Rating fest und verweist auf Überkapazitäten im Markt. Auch JP Morgan und Barclays führen das Papier mit „Underweight“. In Summe dämpft diese Kombination aus Handelspolitik und Analystenskepsis die Hoffnung auf eine zeitnahe fundamentale Erholung im Geschäftsjahr 2026.
Bilanzfrage, Chart und Ausblick
Hinzu kommt eine unternehmensspezifische Unsicherheit: Lanxess plant laut Mitteilung den Verkauf verbliebener Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior in 2026. Marktteilnehmer bezweifeln jedoch, dass die Erlöse ausreichend sein werden, um die Nettoverschuldung deutlich zu verringern und damit eine Neubewertung zu rechtfertigen — eine Sorge, die den Druck auf die Aktie erklärt.
Technisch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie notiert deutlich unter den längerfristigen Durchschnitten (200‑Tage‑Durchschnitt liegt bei 22,34 €) und zeigt mit einem RSI von 24,4 ausgeprägte Schwäche, was kurzfristig zwar Erholungschancen eröffnen kann, aber vorerst vor allem für hohe Volatilität spricht (30‑Tage‑Volatilität: 73,05 %).
Der nächste konkrete Termin ist die Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse für 2025 und der Ausblick auf 2026 am 19. März 2026. Bis dahin dürfte die Aktie vor allem von weiteren Nachrichten zur US-Handelspolitik, Energiekosten und der möglichen Höhe der Envalior‑Erlöse getrieben werden. Für eine nachhaltige Erholung müsste sich das Sentiment zumindest dadurch stabilisieren, dass realistische Entschuldungspläne und belastbare Margenaussagen vorgelegt werden.
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