Intelligente Stromzähler sind ein Milliardengeschäft – bisher aber nicht für die Aktionäre von Landis+Gyr. Die Aktie des Schweizer Technologiekonzerns steht seit Monaten unter Druck, hat binnen eines Jahres fast ein Viertel ihres Werts verloren. Jetzt setzt das Management einen radikalen Schnitt.
Der Grund: Das EMEA-Geschäft ist Geschichte. Der Verkauf an den Finanzinvestor AURELIUS ist abgeschlossen. Seit dem 2. Juli firmiert das frühere Europa-Geschäft unter dem neuen Namen EYKON. Die Trennung ist vollzogen.
Landis+Gyr konzentriert sich jetzt auf die wachstumsstarken Märkte Amerika und Asien-Pazifik. Das ist der strategische Plan: weniger Länder, dafür tiefer in den Kernmärkten verankert sein.
Dividende trotz Kursrutsch
Am selben Tag floss Geld an die Aktionäre. Die Hauptversammlung hatte die Auszahlung von 1,20 Schweizer Franken je Aktie genehmigt. Kein Milliardenbetrag – aber ein Signal, dass der Cashflow noch stimmt.
Der Aktienkurs zeigt von der Neuausrichtung wenig beeindruckt. Das Papier markierte am Donnerstag mit 45,95 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Derzeit notiert die Aktie bei 46,70 Euro. Das sind 38,7 Prozent unter dem Jahreshöchst von 76,20 Euro. Auf Jahressicht fehlen knapp 25 Prozent.
Technische Signale verschärfen sich
Der RSI liegt bei 25,2 Punkten – das ist der überverkaufte Bereich. Die Aktie notiert zudem deutlich unter allen gleitenden Durchschnitten. Der Abstand zum 200-Tage-Schnitt beträgt rund 19 Prozent. Die 30-Tage-Volatilität liegt bei knapp 26 Prozent.
Die strategische Neuausrichtung ist also noch nicht im Kurs angekommen. Das birgt Risiken. Aber auch Chancen: Wer an den Smart-Meter-Boom in den USA und Asien glaubt, bekommt Landis+Gyr derzeit zum günstigsten Kurs seit über einem Jahr.
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