Ein Rekordquartal, ein zwischenzeitlicher Ausverkauf und jetzt der nächste Termin: Lam Research lädt für den 29. Juli 2026 zur Telefonkonferenz. Der Chip-Ausrüster will dann Zahlen und Ausblick vorlegen. Die Erwartungen sind hoch, denn das Unternehmen surft seit Monaten auf der KI-Welle.
Am Freitag schloss die Aktie bei 350,33 US-Dollar, ein Minus von 0,80 Prozent. Auf Wochensicht steht ein leichtes Minus von 0,31 Prozent zu Buche. Die längerfristige Bilanz sieht komplett anders aus: Auf 30-Tage-Sicht legte der Kurs um 8,87 Prozent zu, seit Jahresbeginn sind es 89,31 Prozent.
Noch beeindruckender: Verglichen mit dem Stand vor zwölf Monaten hat sich der Kurs mehr als verdreifacht — ein Plus von 247,34 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 438,50 US-Dollar, erreicht Ende Juni, ist die Aktie inzwischen aber wieder gut 20 Prozent entfernt.
Sorge vor dem KI-Höhepunkt
Der Auslöser für die jüngste Delle liegt nicht im Unternehmen selbst. Anfang Juli geriet der gesamte Sektor für Halbleiter-Ausrüstung unter Druck. Grund war die Angst, dass die Investitionen in KI-Infrastruktur ihren Höhepunkt bereits erreicht haben könnten, statt gerade erst zu starten.
Am 2. Juli brach die Aktie deutlich ein, ohne dass es eine konkrete Unternehmensnachricht dazu gab. Stattdessen kursierten Berichte, ein großer KI-Investor sitze möglicherweise auf überschüssiger Rechenkapazität. Das reichte, um die gesamte Branche zu verunsichern.
Die Volatilität der Aktie spiegelt diese Nervosität. Mit einer annualisierten 30-Tage-Schwankungsbreite von 93,73 Prozent zählt Lam Research aktuell zu den unruhigsten Werten im Halbleitersektor. Der RSI-Wert von 49,1 zeigt dabei weder eine überkaufte noch überverkaufte Situation an — der Markt sucht offenbar gerade seine Richtung.
Zahlen sprechen eine andere Sprache
Während die Marktstimmung schwankt, liefert das operative Geschäft solide Argumente. Lam Research hält seinen Umsatz seit mehreren Quartalen konstant über der Marke von 5 Milliarden US-Dollar. Im dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 stieg der Umsatz um 24 Prozent auf 5,84 Milliarden US-Dollar — mehr, als Analysten erwartet hatten.
Der bereinigte Gewinn legte im selben Zeitraum um 41,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Das ist kein reiner Mitnahmeeffekt der KI-Rally, sondern zeigt auch operative Stärke: Margen und Umsatz wachsen gemeinsam.
Ein wichtiger Treiber ist die Erholung der Nachfrage nach Speicherchips, besonders bei High-Performance-Memory für KI-Anwendungen. Lam Research profitiert hier von seiner Position in zwei Wachstumsfeldern: fortschrittlichem Packaging und dreidimensionaler NAND-Fertigung. Beide Bereiche gelten als technisch anspruchsvoll — genau dort will das Unternehmen punkten.
Das Management rechnet für 2026 mit einem Umsatzwachstum von über 50 Prozent im Advanced-Packaging-Geschäft, nach einem bereits starken Vorjahr. Neue Fertigungstechnologien sollen zusätzliche Wachstumschancen eröffnen.
Mit einem Abstand von über 50 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt bei 230,77 US-Dollar zeigt der Kurs trotz der jüngsten Schwäche einen intakten langfristigen Aufwärtstrend. Die Telefonkonferenz am 29. Juli dürfte zeigen, ob die starken operativen Zahlen die Sorgen um ein Ende des KI-Investitionszyklus entkräften können.
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