Lam Research Aktie: Meta-Sorgen drücken Halbleiterwerte

Sektorweite Korrektur und Sorgen um KI-Investitionen lassen Lam Research-Aktie um über zehn Prozent einbrechen.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über zehn Prozent
  • Branchenweite Korrektur als Auslöser
  • Sorgen um KI-Überkapazitäten belasten
  • Umsatzwachstum von 24 Prozent gemeldet

Erst eine beispiellose Rally, dann der jähe Absturz. Die Papiere von Lam Research sind am Freitag um über zehn Prozent eingebrochen. Ein unternehmensspezifischer Auslöser fehlte völlig. Stattdessen zieht eine branchenweite Korrektur bei Halbleiterausrüstern den Kurs in die Tiefe.

Sorge um KI-Investitionen

Der Markt überdenkt derzeit die massiven Ausgaben für künstliche Intelligenz. Berichte über Meta Platforms sorgten für Nervosität. Der Tech-Gigant plant angeblich ein Cloud-Geschäft für seine überschüssigen KI-Kapazitäten. Investoren werten dies als Warnsignal für mögliche Überkapazitäten im Sektor. Parallel dazu meldete OpenAI erhebliche Effizienzgewinne bei seinen KI-Modellen. Die Folge: weniger Bedarf an neuer Hardware.

Schwache US-Arbeitsmarktdaten beschleunigten die Talfahrt zusätzlich. Ein enttäuschender Bericht zu den privaten Beschäftigtenzahlen löste eine Flucht aus hoch bewerteten Wachstumsaktien aus. Hinzu kamen massive Gewinnmitnahmen. Die Lam-Aktie hatte seit Jahresbeginn fast 90 Prozent zugelegt.

Ein anhaltendes Risiko bleibt die hohe Abhängigkeit von China. Das asiatische Land macht etwa ein Drittel des Umsatzes aus. Die strengen US-Exportkontrollen belasten daher die Stimmung der institutionellen Anleger.

Volle Auftragsbücher

Dieser plötzliche Pessimismus steht in starkem Kontrast zu den Aussagen des Managements. Noch vor einem Monat sprach der Finanzchef von der stärksten Nachfrage seiner Karriere. Der einzige Flaschenhals sei der Mangel an Reinraumkapazitäten für die Produktion. Die bisherigen Zahlen untermauern diese Zuversicht. Im Quartal bis Ende März kletterte der Umsatz um 24 Prozent auf knapp 5,8 Milliarden US-Dollar.

Nach dem Kursrutsch notiert die Aktie bei 351,41 US-Dollar. Damit liegt sie knapp 20 Prozent unter ihrem Rekordhoch. Die nächste richtungsweisende Marke steht bereits fest. Ende Juli präsentiert Lam Research die Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal 2026. Diese konkreten Unternehmenszahlen treffen dann direkt auf die aktuelle Skepsis bezüglich der branchenweiten Investitionszyklen.

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