Lam Research Aktie: Ende Juli Quartalszahlen

Trotz starkem Umsatzwachstum und optimistischer Analystenprognosen belasten Insiderverkäufe den Kurs des Chipausrüsters.

Auf einen Blick:
  • Kursverlust von sieben Prozent in einer Woche
  • Umsatzplus von 24 Prozent im dritten Quartal
  • Analysten heben Kursziele an
  • CEO und CFO verkaufen Aktien im Millionenwert

Sieben Prozent Kursverlust in einer Woche, während Analysten die Kursziele anheben. Bei Lam Research klaffen Marktstimmung und Erwartung gerade deutlich auseinander. Der Chipausrüster steht vor einem wichtigen Termin: Ende Juli meldet das Management die Zahlen zum Juni-Quartal.

Starke Vorquartale, aber der Kurs bröckelt

Die Ausgangslage wirkt eigentlich solide. Im dritten Quartal erzielte Lam Research einen Umsatz von 5,84 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 24 Prozent zum Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,47 Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten von 1,36 Dollar.

Für das vierte Quartal hatte das Unternehmen einen Gewinn je Aktie zwischen 1,50 und 1,80 Dollar in Aussicht gestellt. Die Quartalsdividende bleibt bei 0,26 Dollar je Aktie stabil. Der Aktienkurs zeigt sich davon derzeit unbeeindruckt: Am Mittwoch schloss die Aktie bei 327,73 Dollar, gut 25 Prozent unter dem Rekordhoch von 438,50 Dollar Ende Juni.

Der Rücksetzer fällt trotzdem moderat aus, gemessen an der Rally der vergangenen zwölf Monate. Seit Jahresbeginn steht bei Lam Research ein Plus von 77 Prozent zu Buche. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs sogar mehr als verdreifacht.

Analysten bleiben trotz Ausverkauf optimistisch

Mizuho hat sein Kursziel jüngst von 380 auf 400 Dollar angehoben und die Einstufung „Outperform“ bestätigt. Begründung: Die KI-Nachfrage dürfte die Ausgaben für Fertigungsanlagen (WFE) bis mindestens 2027 antreiben. Auch andere Häuser sehen deutlich mehr Potenzial als der aktuelle Kurs zeigt.

  • Susquehanna: Kursziel 475 Dollar
  • Cantor Fitzgerald: Kursziel 425 Dollar
  • Mizuho: Kursziel 400 Dollar (zuvor 380 Dollar)

Die Branche insgesamt steckt derzeit in einer „Sell the News“-Phase. Samsung meldete zuletzt kräftige Gewinnsprünge — Anleger nutzten das aber zum Verkaufen, nicht zum Kaufen. Hinzu kommen Berichte über chinesische Wettbewerber, die eigene KI-Chips entwickeln. Das sorgt für neue Unsicherheit bei westlichen Ausrüstern wie Lam Research.

Insider verkaufen, Bewertung bleibt hoch

Aufmerksamkeit ziehen auch Aktienverkäufe aus dem eigenen Management auf sich. CEO und CFO haben in den vergangenen 90 Tagen Aktien im Wert zwischen 47 und 81 Millionen Dollar verkauft. Solche Transaktionen sind oft langfristig geplant und kein zwingendes Warnsignal.

Bemerkenswert ist trotzdem der Zeitpunkt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Lam Research liegt aktuell über 60 — ein deutlicher Bewertungsaufschlag gegenüber dem historischen Durchschnitt. Technisch pendelt die Aktie derzeit knapp über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 325,32 Dollar, der RSI von 44 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand.

Plasma-Ätztechnik als strategischer Anker

Unabhängig von der kurzfristigen Kursbewegung bleibt Lam Research einer der führenden Anbieter für Plasma-Ätzsysteme, neben Tokyo Electron und Applied Materials. Dieser Markt soll bis 2035 mit einer jährlichen Rate von rund 6,2 Prozent wachsen.

Treiber sind der Übergang zu Chip-Strukturen unter drei Nanometern und immer komplexere 3D-NAND-Speicher mit inzwischen über 500 Schichten. Genau hier liegt der eigentliche Prüfstein für den Ausblick des Unternehmens.

Der Earnings Call Ende Juli wird zeigen, wie stark diese technologischen Umbrüche bereits im Auftragsbuch ankommen. Für die Marge dürfte entscheidend sein, ob sich die höhere Komplexität der Fertigungsprozesse in höheren Preisen niederschlägt.

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