Ein Kurssturz von über zehn Prozent, direkt danach ein Millionenverkauf des eigenen CEO. Bei Lam Research fällt dieser Zeitpunkt auf. Der Verkauf lief allerdings über einen automatischen Handelsplan, was die Aktion in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Am 6. Juli 2026 reichte Lam Research eine Pflichtmitteilung bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Demnach verkaufte CEO Timothy Archer 30.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 390,01 Dollar. Das entspricht rund 11,7 Millionen Dollar.
Der Verkauf basiert auf einem sogenannten Rule 10b5-1-Handelsplan. Archer hatte diesen bereits im Februar aufgesetzt, lange vor dem jüngsten Kurseinbruch. Solche Pläne legen Verkäufe automatisch und im Voraus fest, um Insiderhandel-Vorwürfen vorzubeugen.
Parallel zum Verkauf übte der CEO Aktienoptionen aus. Er kaufte 30.000 Aktien zum Optionspreis von rund 30,03 Dollar — ein Bruchteil des aktuellen Marktwerts. Nach beiden Transaktionen hält Archer weiterhin direkt mehr als eine Million Aktien.
Kurssturz trifft den gesamten Sektor
Die Verkäufe fallen in eine turbulente Phase für die Aktie. Am 2. Juli brach der Kurs des in Fremont ansässigen Unternehmens um 10,19 Prozent ein und schloss bei 351,41 Dollar.
Der Einbruch traf nicht nur Lam Research. Die gesamte Branche für Chip-Fertigungsanlagen geriet unter Druck. Grund war die Sorge, die Investitionen in KI-Infrastruktur könnten vorübergehend an eine Grenze stoßen.
Mehrere Analysten sehen die Lage trotzdem optimistisch. Morgan Stanley hob am 6. Juli das Kursziel für Lam Research von 331 auf 404 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von knapp 12 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Als Treiber nannten die Analysten die Rolle des Unternehmens bei Beschichtungs- und Ätzanlagen für KI-Logikchips und Hochleistungsspeicher (HBM).
Dividende und Ausblick auf die Jahreszahlen
Für Anleger mit Fokus auf laufende Erträge bleibt das Kapitalrückführungsprogramm interessant. Lam Research zahlt im Juli eine Quartalsdividende von 0,26 Dollar je Aktie an Aktionäre, die Mitte Juni im Aktienregister standen.
Langfristig will das Unternehmen zwischen 75 und 100 Prozent des freien Cashflows an die Aktionäre zurückgeben. Dafür nutzt Lam Research eine Kombination aus Dividenden und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 10 Milliarden Dollar.
In den kommenden Wochen veröffentlicht das Unternehmen die Zahlen zum vierten Fiskalquartal 2026. Analysten erwarten einen verwässerten Gewinn von 1,68 Dollar je Aktie — ein Plus von 26,3 Prozent gegenüber den 1,33 Dollar im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Markt mit einem Gewinn von 5,68 Dollar je Aktie.
Die Marktbewertung von rund 440 Milliarden Dollar macht Lam Research zu einem der wichtigsten Namen in der Halbleiter-Lieferkette. Die Kundendienst-Sparte meldete zuletzt einen Rekordumsatz im Quartal. Trotzdem bleibt die Bewertung ein Streitpunkt: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 67 zählt die Aktie zu den teuersten im gesamten Sektor.
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