Ein Konzerndirektor trennt sich von 54.500 Aktien. Eine Senior-Vice-President verkauft weitere 18.170 Papiere. Bei Lam Research häufen sich Insider-Verkäufe – und trotzdem notiert die Aktie fast 90 Prozent im Plus seit Jahresbeginn.
Am Freitag schloss das Papier bei 350,33 US-Dollar, ein Minus von 0,80 Prozent. Auf Wochensicht bewegte sich der Kurs kaum, minus 0,31 Prozent. Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt aber das eigentliche Bild: Lam Research hat sich um 247,34 Prozent verteuert.
Insider verkaufen, ein Großanleger reduziert
In den vergangenen 90 Tagen haben Insider bei Lam Research Aktien im Wert von über 27 Millionen US-Dollar verkauft. Insgesamt wechselten 86.339 Anteile den Besitzer. Der Konzerndirektor verkaufte seine Aktien bei 350,80 US-Dollar – nahe dem aktuellen Kursniveau.
Auch institutionelle Anleger justieren ihre Positionen. Associated Banc Corp reduzierte seinen Bestand im ersten Quartal 2026 um 22,7 Prozent und verkaufte 175.971 Aktien. Übrig bleibt eine Beteiligung von 598.959 Aktien im Wert von rund 127,97 Millionen US-Dollar. Lam Research macht damit weiterhin 3,4 Prozent des Portfolios der Bank aus – trotz des Verkaufs bleibt die Position also bedeutend.
Solche Bewegungen sind bei stark gelaufenen Tech-Werten keine Seltenheit. Insider realisieren Gewinne, Fondsmanager schichten um. Entscheidend ist, ob die operativen Zahlen die hohe Bewertung stützen.
Zahlen übertreffen die Erwartungen
Genau das gelingt Lam Research bislang. Im dritten Quartal 2026 verdiente der Konzern 1,47 US-Dollar je Aktie – Analysten hatten nur 1,36 US-Dollar erwartet. Der Umsatz kletterte um 23,8 Prozent auf 5,84 Milliarden US-Dollar.
Für das vierte Quartal 2026 stellt das Management einen Gewinn zwischen 1,50 und 1,80 US-Dollar je Aktie in Aussicht. Die Quartalsdividende bleibt stabil bei 0,26 US-Dollar. Mit einer Marktkapitalisierung von 386,81 Milliarden Euro zählt Lam Research zu den zentralen Ausrüstern der globalen Chipindustrie.
Der KI-Speicherboom treibt die Nachfrage
Hinter dem Kursgewinn steckt ein Branchentrend, den Analysten von Morgan Stanley und Nomura als „Chipflation“ bezeichnen. Speicherchips für KI-Anwendungen sind knapp, die Preise für High-Bandwidth-Memory sollen bis 2027 deutlich steigen. Samsung und SK Hynix priorisieren HBM-Produktion gegenüber klassischem DRAM.
Lam Research profitiert direkt davon: Die Fertigungsanlagen des Konzerns sind für die Herstellung moderner Logik- und Speicherchips unverzichtbar. Aktuell notiert die Aktie rund 20,11 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 438,50 US-Dollar, liegt aber 6,39 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 329,29 US-Dollar. Der RSI von 49,1 signalisiert eine neutrale Marktstimmung – weder überkauft noch überverkauft.
ASML und TSMC als Stimmungsbarometer
Die eigenen Quartalszahlen legt Lam Research erst Ende Juli vor. Vorher liefern zwei wichtige Branchengrößen entscheidende Hinweise: ASML und TSMC veröffentlichen in den kommenden Tagen ihre Ergebnisse.
Beide Unternehmen gelten als Frühindikatoren für die gesamte Ausrüsterbranche. Investoren achten dabei besonders auf die Investitionspläne der großen Chiphersteller. Der globale Halbleitermarkt soll 2026 auf rund 1,5 Billionen US-Dollar wachsen – die Frage ist, ob Ausrüster wie Lam Research von diesem Wachstum profitieren können, während gleichzeitig Insider ihre Gewinne mitnehmen.
Lam Research-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lam Research-Analyse vom 13. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Lam Research-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lam Research-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 13. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
