Der französische Industriegase-Konzern L’Air Liquide setzt voll auf das boomende KI-Geschäft. Mehr als 170 Millionen Dollar fließen in zwei neue Produktionsstätten im US-Bundesstaat Indiana. Die Aktie bleibt trotz eines spektakulären Ausbruchs im Volumen vergleichsweise verhalten – dabei steckt mehr dahinter als ein normaler Handelstag.
Am Montag schnellte das Handelsvolumen um 60 Prozent auf 457.000 Stück nach oben. Ein klares Signal: institutionelle Anleger positionieren sich.
170 Millionen für SK hynix
Der Konzern baut die Anlagen für einen prominenten Kunden: den südkoreanischen Chip-Hersteller SK hynix. L’Air Liquide liefert ultrareine Gase – Stickstoff, Sauerstoff, Argon, Wasserstoff – für die erste US-Fabrik von SK hynix. Dort entstehen High-Bandwidth-Memory-Chips, also Speicherbausteine, die KI-Prozessoren antreiben.
Die Produktion soll Ende 2028 anlaufen. Kein kurzfristiger Gewinnbringer, sondern eine strategische Wette auf die nächste Generation der Künstlichen Intelligenz.
Ruhige See trotz Volumensprung
Der Aktienkurs zeigt sich davon unbeeindruckt: Anleger zahlen 178,74 Euro, ein Mini-Plus von 0,09 Prozent. Das Papier notiert 5,93 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 190 Euro und liegt komfortabel über allen wichtigen Durchschnittslinien.
Der RSI von 59,7 signalisiert gesunde Dynamik – aber keine Überhitzung.
Analysten uneins, Fundament stark
Die Einschätzungen gehen auseinander. Citigroup bleibt bei „Kaufen“, Kepler Capital Markets bei „Outperform“. Zacks dagegen senkte das Rating Ende Juni auf „Strong Sell“. So unterschiedlich die Meinungen: Die Bilanz gibt wenig Anlass zur Sorge.
Das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital liegt bei 0,37. Liquiditätskennzahlen wie Current Ratio (1,14) und Quick Ratio (0,90) zeigen solide Finanzierung. L’Air Liquide hat Spielraum für Investitionen.
Der Blick auf die Performance seit Jahresanfang spricht für sich: plus 11,66 Prozent. Die Wette auf KI-Infrastruktur könnte sich auszahlen – auch wenn der Kurs aktuell noch keine allzu großen Sprünge macht.
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