Der französische Industriegasekonzern Air Liquide erhält Rückenwind aus Flandern. Die Regionalregierung schnürt ein milliardenschweres Investitionspaket für die industrielle Dekarbonisierung. Air Liquide übernimmt dabei die Führungsrolle im Hafen von Antwerpen.
Das Projekt Carbon Capture and Storage (CCS) ist ambitioniert. Air Liquide will CO₂ abtrennen, verflüssigen und dauerhaft unter dem Meeresboden einlagern. Die Rede ist von einem Gesamtpaket in Höhe von zwei Milliarden Euro für die Region. Rund 800 Millionen Euro davon fließen direkt an Unternehmen, die fossile Anlagen durch saubere Technologien ersetzen.
Finanziert wird das Programm aus Mitteln des EU-Emissionshandels. Strafzahlungen für CO₂-Zertifikate fließen so zurück in die Industrie. Für Air Liquide bedeutet das eine Stärkung seiner Position in der europäischen CCS-Wertschöpfungskette.
Neuer Liefervertrag mit Silleno
Neben den Großprojekten laufen die traditionellen Geschäfte weiter. Air Liquide schloss einen Vertrag mit dem Unternehmen Silleno LLP ab. Geliefert werden Stickstoff und Druckluft für den petrochemischen Sektor.
Solche Kontrakte sind für Air Liquide strategisch wichtig. Sie sichern langfristige Einnahmen – neben den kapitalintensiven Klimaschutzprojekten.
Die Aktie reagierte am Freitag positiv auf die Nachrichten. Der Kurs stieg um 1,04 Prozent auf 171,58 Euro. Damit notiert das Papier leicht über der 200-Tage-Linie bei 170,26 Euro – ein technisches Signal für Stabilität. Auf Monatssicht liegt das Minus bei 6,23 Prozent, das 52-Wochen-Hoch von 190,00 Euro ist knapp zehn Prozent entfernt.
Die Anleger warten nun auf den nächsten großen Termin. Die Halbjahreszahlen werden Ende Juli 2026 erwartet. Analysten beobachten, wie der Konzern seine operativen Margen beim Hochfahren der CCS-Projekte hält.
Der milliardenschwere Zuspruch aus Flandern zeigt: Der politische Rückhalt für die Strategie von Air Liquide ist intakt.
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