L3Harris Aktie: VAMPIRE-Auslieferung an US Army beginnt

Symbolbild, KI-generiert

Die VAMPIRE-Auslieferung läuft, Red Wolf wird weiter erprobt und Goldman Sachs hält trotz niedrigerem Kursziel an der Kaufempfehlung fest.

Auf einen Blick:
  • VAMPIRE-Systeme gehen an die US Army
  • Red Wolf testet Start von MH-60
  • Lockheed Martin vergibt 250-Millionen-Dollar-Folgeauftrag
  • Goldman Sachs senkt Kursziel auf 361 Dollar

L3Harris hat mit der Lieferung von VAMPIRE-Gegendrohnensystemen an die US Army begonnen. Der zugrunde liegende Auftrag umfasst 106 Mio. US-Dollar. Damit erreicht das Unternehmen einen operativen Meilenstein: Auf die Bestellung folgt nun die Auslieferung. Parallel meldet L3Harris Fortschritte bei Red Wolf und einen Großauftrag für Raketenmotoren.

Die Aktie gewinnt heute 2,2%. Die Nachrichten betreffen allerdings unterschiedliche Entwicklungsstufen: VAMPIRE wird bereits ausgeliefert. Bei Red Wolf geht es dagegen um die Erprobung einer weiteren Startplattform. Der neue Motorenauftrag wiederum ist mit einer noch geplanten Werkseröffnung verbunden. Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend, um Lieferfortschritte nicht mit künftigen Produktionsmöglichkeiten gleichzusetzen.

Red Wolf erreicht weitere Testetappe

Gestern berichtete L3Harris über die erste Flugdemonstration eines Red-Wolf-Flugkörpers von einem MH-60. Das Unternehmen arbeitete dabei mit dem Systems Integration Management Office des US Army Special Operations Aviation Command zusammen.

Nach Angaben von L3Harris bestätigte die Testnutzlast sowohl die Kompatibilität mit dem Startsystem als auch das Flugverhalten im Einsatzumfeld. Damit eröffnet sich ein möglicher Integrationspfad für Black Hawks und weitere H-60-Varianten.

Eine bestätigte Einsatzfähigkeit oder abgeschlossene Zertifizierung bedeutet der Versuch jedoch nicht. Der Fortschritt liegt zunächst darin, die technische Integration auf einer weiteren Plattform zu erproben. Die Meldung ist deshalb als Entwicklungsschritt einzuordnen, nicht als neuer Serienauftrag.

Das Wolf-Pack-Portfolio mit Red Wolf und Green Wolf hat laut L3Harris inzwischen 60 Flugdemonstrationen absolviert. Dabei kamen Starrflügler, Drehflügler und Bodenplattformen zum Einsatz. Nach Unternehmensangaben unterstützen die Systeme Zusammenarbeit im Flug, dynamische Zieländerungen und koordiniertes Schwärmen.

Rekordauftrag trifft auf geplanten Werksausbau

Für die Produktion liegt bereits ein weiterer konkreter Auftrag vor. Lockheed Martin vergab an L3Harris einen Folgeauftrag über 250 Mio. US-Dollar für Antriebseinheiten standardreichweitiger GMLRS-Raketen. Laut Unternehmen handelt es sich um die größte bestellte Menge in der Geschichte des Programms.

Die Fertigung soll im geplanten Arsenal-of-Freedom-Werk in Camden im US-Bundesstaat Arkansas stattfinden. Dessen Eröffnung ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Automatisierung und Robotik sollen die Produktion unterstützen.

Die Anlage umfasst 60.000 Quadratfuß. L3Harris hat seine GMLRS-Feststoffmotorproduktion nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren bereits verdoppelt. Neben den Motoren liefert das Unternehmen auch Sicherungs- und Näherungssensoren für das Raketensystem.

Der Auftrag verbindet damit zusätzliche Nachfrage mit dem geplanten Ausbau der Fertigung. Stückzahl, Lieferplan und Marge wurden nicht veröffentlicht. Aus dem Auftragswert allein lässt sich daher weder der zeitliche Umsatzbeitrag noch die Ergebniswirkung bestimmen. Für Anleger rückt entsprechend die Umsetzung in den Vordergrund: Die geplante Anlage muss die bestellten Mengen erst produzieren.

Goldman Sachs bleibt trotz Zielsenkung positiv

Goldman Sachs bestätigte am Montag die Kaufempfehlung für L3Harris. Analyst Noah Poponak senkte das Kursziel allerdings von 405 auf 361 US-Dollar.

Die Bewertung bleibt damit positiv, fällt beim Zielkurs aber zurückhaltender aus. Die jüngsten Unternehmensmeldungen liefern operative Anknüpfungspunkte für die Kaufempfehlung, ohne deren Begründung zu ersetzen.

VAMPIRE steht bereits in der Auslieferung, während Red Wolf weitere Erprobungsschritte durchläuft. Beim GMLRS-Auftrag hängt die Umsetzung auch am geplanten Fertigungsanlauf. Entscheidend ist deshalb nicht allein die Größe der Bestellungen, sondern deren Überführung in Lieferungen und Erträge.

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