Kyverna Therapeutics-Aktie: Es klingt fast zu gut!

Kyverna Therapeutics meldet vielversprechende Phase-2-Ergebnisse für seine CAR-T-Zelltherapie miv-cel. Die Studie zeigt signifikante Verbesserungen, doch fehlt ein Kontrollarm.

Auf einen Blick:
  • KYSA-8-Studie trifft primären Endpunkt: 46% mediane Verbesserung im Gehtest nach 16 Wochen
  • 81% der Patienten erreichten klinisch bedeutsame Verbesserung, ein Drittel geht wie Gesunde
  • Alle 26 Patienten ohne chronische Immuntherapie nach 16 Wochen
  • Kyverna bereitet BLA-Einreichung vor, keine zugelassene SPS-Therapie existiert bisher

Es gibt Studiendaten, die man zweimal liest, weil man glaubt, etwas übersehen zu haben. Kyverna Therapeutics hat am Dienstag genau solche Zahlen veröffentlicht, vorgetragen auf dem Jahreskongress der American Academy of Neurology in Chicago, in einer Late-Breaking-Session, also dem Slot, den man bekommt, wenn die Ergebnisse zu frisch und zu relevant sind, um auf die reguläre Programmplanung zu warten.

Was KYSA-8 eigentlich gemessen hat

Stiff Person Syndrome, kurz SPS, ist eine seltene, progressive Autoimmunerkrankung des Nervensystems. Patienten verlieren Stück für Stück ihre Beweglichkeit, werden abhängig von Gehhilfen, von Dauermedikation, von Pflege. Es gibt keine zugelassene Therapie, die den Krankheitsverlauf bremst. Das ist der Ausgangspunkt.

Kyvernas Kandidat miv-cel, ein CAR-T-Zelltherapeutikum, wurde in der einarmigen Phase-2-Studie KYSA-8 an 26 Patienten getestet, die auf bisherige immunmodulatorische Behandlungen nicht ausreichend angesprochen hatten. Einmalige Infusion. Dann abwarten.

46 Prozent Verbesserung, und das ist noch nicht alles

Der primäre Endpunkt war der Timed 25-Foot Walk, ein standardisierter Gehtest. Nach 16 Wochen zeigte sich eine mediane Verbesserung von 46 Prozent gegenüber dem Ausgangswert, statistisch hochsignifikant mit einem p-Wert von 0,0003. 81 Prozent der Patienten erreichten eine klinisch bedeutsame Verbesserung, definiert als mindestens 20 Prozent Reduktion. Knapp ein Drittel aller Teilnehmer bewegte sich am Ende mit der Geschwindigkeit gesunder Erwachsener.

Von den 12 Patienten, die zu Beginn auf eine Gehhilfe angewiesen waren, brauchten 67 Prozent nach 16 Wochen keine mehr. Und alle sekundären Endpunkte, Behinderungsgrad, Steifigkeit, Überempfindlichkeit, Mobilität, wurden ebenfalls getroffen. Alle 26 Patienten hatten ihre chronischen Immuntherapien abgesetzt und blieben es bis zum letzten Follow-up.

CEO spricht von „definierendem Moment“

Warner Biddle, CEO von Kyverna, nannte die Ergebnisse einen „definierenden Moment“ für das Unternehmen und für SPS-Patienten. Das klingt nach Pressemitteilungs-Prosa, ist hier aber schwer zu widerlegen. Amanda Piquet, Leiterin der Autoimmun-Neurologie an der University of Colorado und Hauptprüfärztin der Studie, formulierte es so: Die Fähigkeit von miv-cel, Behinderung, Steifigkeit und Überempfindlichkeit signifikant zu reduzieren und die Mobilität zu verbessern, sei beispiellos für diese unterversorgte Patientengruppe.

Kyverna bereitet nun die BLA-Einreichung vor, also den formellen Zulassungsantrag bei der FDA. Ob die Behörde die einarmige Phase-2-Datenlage als ausreichend akzeptiert, ist die eigentliche offene Frage. Bei seltenen Erkrankungen ohne Therapiealternativen hat die FDA in der Vergangenheit schon mit weniger Daten zugelassen. Aber eben nicht immer.

Kyverna Therapeutics Aktie Chart

Kein Vergleich, kein Kontrollarm

Genau das ist der Haken. KYSA-8 hat keinen Kontrollarm. Die Verbesserungen sind eindrucksvoll, doch ohne Placebo-Gruppe lässt sich der Spontanverlauf nicht sauber trennen. Bei einer progressiven Erkrankung ist das methodisch schwächer, als es die Zahlen auf den ersten Blick wirken lassen.

Kyverna weiß das, die FDA weiß das, und die Investoren werden es spätestens dann wissen, wenn der Review-Prozess beginnt. Bereits gestern wurden erste Gewinne vom Tisch genommen, die zuvor aufgelaufen waren. Trotz der grundsätzlich positiven News ging die Aktie mit einem Minus von 13,69 % aus dem Handelstag. „Sell on good news“. Sicher ist sicher. Denn wie gesagt: Die erzielten Therapie-Fortschritte müssen nun noch erst einer sauberen Studie standhalten.

Bis dahin gilt: 26 Patienten, eine Infusion, alle ohne Dauermedikation nach 16 Wochen. Für eine Krankheit, bei der bisher gar nichts half, ist das kein kleiner Schritt.

Kyverna Therapeutics, Common Stock-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kyverna Therapeutics, Common Stock-Analyse vom 24. April liefert die Antwort:

Die neusten Kyverna Therapeutics, Common Stock-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kyverna Therapeutics, Common Stock-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Kyverna Therapeutics, Common Stock: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)