Kyowa Kirin Aktie: Deal mit Washington

Symbolbild, KI-generiert

Kyowa Kirin gewährt US-Patienten Preisnachlässe und verschiebt drohende Zölle. Die Aktie legte zu, während Investitionen in Amerika fortlaufen.

Auf einen Blick:
  • Aktie gewinnt rund zwei Prozent
  • Preisnachlässe für Medicaid-Patienten vereinbart
  • Section-232-Zölle werden aufgeschoben
  • 530-Millionen-Dollar-Anlage startet 2027

Kyowa Kirin macht gemeinsame Sache mit der US-Regierung – und der Markt honoriert es. Die Aktie legte am Dienstag rund zwei Prozent zu und handelte bei knapp 2.687 Yen. Auslöser ist eine freiwillige Vereinbarung mit den US-Behörden, die dem japanischen Pharmakonzern gleich zwei Vorteile bringt.

Rabatte gegen Zollaufschub

Kyowa Kirin gehört zu einer Gruppe von neun Pharmaherstellern, die mit der Trump-Regierung eine Preisvereinbarung getroffen haben. Kern des Deals: Das Unternehmen beteiligt sich am sogenannten GENEROUS-Modell, bei dem bestimmte Medikamente Medicaid-Patienten in den US-Bundesstaaten vergünstigt angeboten werden. Neue Produkte sollen künftig auch in anderen entwickelten Ländern zu ausgewogeneren Preisen eingeführt werden.

Im Gegenzug erreichte Kyowa Kirin mit dem US-Handelsministerium eine Einigung, drohende Section-232-Zölle aufzuschieben. Die genauen Konditionen der Vereinbarung bleiben vertraulich. CEO Abdul Mullick bezeichnete den Schritt als pragmatischen Weg, um bahnbrechende Medikamente Patienten zugänglich zu machen.

US-Investitionen als Verhandlungspfand

Der Deal fällt nicht in ein Vakuum. Kyowa Kirin baut derzeit für 530 Millionen Dollar eine neue Biomanufacturing-Anlage in Sanford, North Carolina, die 2027 den Betrieb aufnehmen soll und jüngst für das FDA-PreCheck-Pilotprogramm ausgewählt wurde. Hinzu kommen eine seit fast drei Jahrzehnten aktive Forschungseinrichtung in La Jolla, Kalifornien, sowie die Nordamerika-Zentrale in Princeton, New Jersey.

Diese Präsenz vor Ort dürfte bei den Verhandlungen mit Washington eine Rolle gespielt haben – wer in den USA produziert und forscht, hat bei Zollfragen naturgemäß mehr Verhandlungsmasse. Die Kursreaktion fiel moderat, aber positiv aus: Während der Nikkei 225 zeitgleich leicht nachgab, konnte sich Kyowa Kirin davon absetzen.

Zusätzlichen Rückenwind lieferten bereits die im August veröffentlichten Halbjahreszahlen für den Zeitraum Januar bis Juni, die von der Unternehmensseite als positiv eingeordnet wurden. Der Zollaufschub nimmt nun eine der Unsicherheiten von der Agenda, die zuletzt über der gesamten Pharmabranche mit US-Geschäft lastete.

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