Es gibt Quartalsberichte, die man durchblättert und sich fragt, wo eigentlich der Haken ist. Der Q2-Bericht von Kulicke & Soffa ist so einer. Umsatz von 242,6 Millionen Dollar, knapp 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, Non-GAAP EPS von 0,79 Dollar, 0,12 Dollar über den Erwartungen. Und der Markt hat demnach sofort reagiert: nachbörslich rund 15 Prozent nach oben.
Stärker als gedacht
Interim-CEO und CFO Lester Wong erklärte, die Nachfrage sei stärker ausgefallen als erwartet, getrieben von Technologie- und Kapazitätsbedarf in den Bereichen Halbleiter, Speicher, Automotive und Industrie. Das klingt nach Standardfloskeln, ist es aber nicht, denn die Zahlen stützen genau diese Einschätzung. Im Vorquartal hatte K&S noch 199,6 Millionen Dollar Umsatz gemeldet, davor, im Q2 des Vorjahres, gerade mal 162 Millionen. Die Kurve zeigt also klar nach oben.
Bruttomarge von 49,3 Prozent. GAAP-Nettoergebnis von 35,1 Millionen Dollar, also 0,66 Dollar je Aktie. Wer sich noch an das Vorjahresquartal erinnert: damals stand ein GAAP-EPS von minus 1,59 Dollar in den Büchern. Das ist eine Wende, die sich gewaschen hat.
Der Ausblick ist die eigentliche Nachricht
K&S erwartet für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Umsatz von rund 310 Millionen Dollar, plus minus 20 Millionen. Non-GAAP EPS soll bei etwa 1,00 Dollar liegen, GAAP-EPS bei rund 0,87 Dollar. Beides mit einer Toleranz von jeweils 10 Prozent.
Das ist kein vorsichtiger Ausblick. Das ist ein Ausblick, der Erwartungen setzt.
Kulicke and Soffa Industries Aktie Chart
TCB-Systeme als Wachstumswette
Dazu kommt eine Investitionsentscheidung, die man nicht übersehen sollte. K&S will seine Kapitalausgaben im laufenden Geschäftsjahr von rund 12 Millionen auf etwa 22 Millionen Dollar hochschrauben. Der Zweck: deutlich mehr Produktionskapazität für sogenannte Thermo-Compression-Bonding-Systeme, kurz TCB. Das Ziel laut Unternehmen: bis zu 400 Millionen Dollar jährlicher Umsatz allein mit TCB-Systemen.
Das ist kein Randgeschäft, das ist die Richtungsentscheidung für die nächsten Jahre.
Wo ist der Haken?
Der operative Cashflow von 10,3 Millionen Dollar und der bereinigte Free Cashflow von 6,3 Millionen sind für ein Quartal mit 242 Millionen Umsatz nicht üppig. Wer auf starke Cashgenerierung gehofft hatte, schaut hier etwas ernüchtert drein. Und die Investitionserhöhung kostet erst mal, bevor sie etwas bringt.
Aber 15 Prozent nachbörslich sprechen eine klare Sprache. Der Markt glaubt Wong.
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