Die Auftragsbücher quellen über, der Cashflow erholt sich — trotzdem schickten Anleger die Krones-Aktie mit einem Minus von knapp drei Prozent ins Wochenende. Das Papier des Verpackungsspezialisten leidet trotz solider Halbjahreszahlen unter einer hartnäckigen Marktskepsis. Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke und dem schwachen Kursverlauf seit Jahresbeginn wird immer größer.
Volle Auftragsbücher sichern Auslastung
Der MDAX-Konzern beweist operative Widerstandsfähigkeit. In den ersten sechs Monaten stieg der Auftragseingang um 4,5 Prozent auf rund 2,85 Milliarden Euro. Dank einer Book-to-Bill-Ratio von 1,05 bleibt die Auslastung der Produktionslinien hoch. Das sorgt für Planungssicherheit bis weit in die Zukunft.
Besonders der Cashflow lieferte eine positive Überraschung. Im zweiten Quartal verbesserte das Management diesen Wert um gut 97 Millionen Euro. Effizienteres Arbeiten beim Working Capital zeigt Wirkung. Die operative Marge blieb mit 10,8 Prozent stabil im Zielkorridor des Vorstands.
Analysten halten an hohen Zielen fest
Während der Markt vorsichtig bleibt, sehen Experten massives Aufwärtspotenzial. Mehrere Analysehäuser bestätigten unmittelbar nach den Zahlen ihre Kaufempfehlungen. Die Kursziele liegen teils deutlich über dem aktuellen Niveau.
Hier die Einschätzungen der Experten:
* Warburg Research: 191 Euro (zuvor 188 Euro)
* Deutsche Bank Research: 170 Euro (zuvor 180 Euro)
* Berenberg: 164 Euro
Die Fachleute honorieren vor allem die Bestätigung der Jahresziele für 2026. Krones erwartet weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von bis zu fünf Prozent. Auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll stabil bei rund 20 Prozent liegen.
Kampf um die Unterstützung
An der Börse spiegelt sich dieser Optimismus bisher nicht wider. Mit einem Minus von über 17 Prozent seit Jahresbeginn notiert der Titel spürbar unter seinen langfristigen Durchschnittswerten. Aktuell rückt das Jahrestief bei 106,40 Euro als wichtige Unterstützung in den Fokus.
In der kommenden Woche entscheidet sich, ob die fundamentalen Daten die allgemeinen Konjunktursorgen verdrängen können. Ein Test der Unterstützung am 52-Wochen-Tief könnte die nächste Richtung für den Kurs vorgeben.
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