Auftragseingang und Umsatz liegen im Rahmen der Erwartungen, doch beim Gewinn hat Krones die Messlatte gerissen. Der Anlagenbauer aus Neutraubling bestätigte am Mittwoch dennoch seine Jahresziele – ein Befund, der zeigt, wie unterschiedlich Konsensschätzung und operative Realität derzeit auseinanderlaufen können.
Auftragslage bleibt robust
Im zweiten Quartal steigerte Krones den Auftragseingang um 3,5 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Der Umsatz legte im gleichen Tempo zu und traf mit ebenfalls rund 1,34 Milliarden Euro exakt die Markterwartung. Für das erste Halbjahr summiert sich das Ordervolumen auf 2,85 Milliarden Euro, ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,05 signalisiert, dass mehr Aufträge hereinkommen als Umsatz abgearbeitet wird – der Auftragsbestand wuchs entsprechend auf 4,33 Milliarden Euro. Krones wertet das als Beleg für eine intakte Kundennachfrage, trotz Währungsgegenwind und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Ergebnis verfehlt Konsens deutlich
Beim operativen Gewinn zeigt sich ein anderes Bild. Das EBITDA kletterte zwar um 3,5 Prozent auf 143,9 Millionen Euro, blieb damit aber spürbar unter der Konsensschätzung von rund 159 Millionen Euro. Die Marge von 10,8 Prozent verfehlte die erwarteten 11,8 Prozent.
Auch beim Nettogewinn reichte es nicht: Mit 70,4 Millionen Euro lag Krones rund 10 Millionen Euro unter der Analystenerwartung von 81 Millionen Euro, wenngleich das Ergebnis das Vorjahresniveau leicht übertraf. Der Kapitalrendite-Kennwert ROCE sank im ersten Halbjahr auf 17,7 Prozent – klar unter dem Jahresziel von 19 bis 20 Prozent.
Positiver fällt der Blick auf den Cashflow aus. Der freie Mittelzufluss vor M&A-Aktivitäten verbesserte sich im zweiten Quartal um gut 97 Millionen Euro und lag nur noch bei minus 21,3 Millionen Euro, nach einem deutlich negativeren Vorjahreswert. Die Nettoliquidität stieg auf 404,5 Millionen Euro – ein Polster, das dem Unternehmen in einem schwierigeren Umfeld Spielraum verschafft.
Jahresziele bleiben unangetastet
Trotz der Ergebnisdelle hält der Vorstand an der bestehenden Prognose fest: währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent, eine EBITDA-Marge zwischen 10,7 und 11,1 Prozent sowie ein ROCE von 19 bis 20 Prozent. Krones begründet die Zuversicht mit dem hohen Auftragsbestand, der die Kapazitätsauslastung für das Gesamtjahr weitgehend absichert, und rechnet mit einer Wachstumsbeschleunigung im zweiten Halbjahr.
Ob diese Beschleunigung ausreicht, um die im ersten Halbjahr entstandene Ergebnislücke zur eigenen Zielspanne noch zu schließen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
Krones-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Krones-Analyse vom 29. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Krones-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Krones-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 29. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
