Kroger schlägt nach der geplatzten Albertsons-Fusion einen neuen Kurs ein. Der US-Einzelhandelsriese setzt künftig auf regionale Stärke statt auf nationale Mammut-Deals. Mit der Übernahme von Giant Eagle sichert sich der Konzern für rund 1,65 Milliarden US-Dollar eine starke Position im Mittleren Westen.
Zukauf im Mittleren Westen
Das Paket umfasst 197 Supermärkte und elf Apotheken in Bundesstaaten wie Ohio und Pennsylvania. Für den familiengeführten Regionalplayer zahlt Kroger 1,25 Milliarden US-Dollar in bar. Parallel dazu übernimmt der Konzern Verbindlichkeiten in Höhe von 400 Millionen US-Dollar.
Die Transaktion soll im Jahr 2027 abgeschlossen sein. Analysten bewerten den Schritt positiv und sehen darin einen klaren Fokus auf Marktanteile in Kernregionen. Das Management rechnet damit, dass der Zukauf im zweiten vollen Geschäftsjahr nach dem Abschluss den bereinigten Gewinn steigert.
Um kartellrechtliche Hürden in Ohio zu umgehen, bereitet Kroger bereits den Verkauf einzelner Standorte vor. Als potenzielle Käufer für diese Filialen gelten Wettbewerber wie Target oder Meijer.
Personalwechsel an der Spitze
Zeitgleich baut Vorstandschef Greg Foran die Führungsebene um. Emilee De Martino übernimmt den Posten der Personalchefin von Tim Massa, der im September in den Ruhestand geht. Die Managerin wechselt vom Systemgastronomie-Riesen McDonald’s zu Kroger.
Dort verantwortete sie zuletzt die Personalstrategie für internationale Märkte mit über 750.000 Mitarbeitern. Ihre Erfahrung in der Führung großer Belegschaften gilt als entscheidend, um die Mitarbeiter von Giant Eagle erfolgreich in den Konzern zu integrieren.
Dividende steigt trotz Kursdruck
An der Börse reagierte die Aktie verhalten und notierte zuletzt bei 51,29 Euro. Damit liegt das Papier rund 22 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom März. Indes zeigt der Trend der letzten sieben Tage mit einem Plus von 3,77 Prozent wieder nach oben.
Kroger peilt für das Geschäftsjahr 2026 einen Gewinn je Aktie zwischen 5,10 und 5,30 US-Dollar an. Das Management zeigt sich trotz des intensiven Wettbewerbs durch Preisdrücker wie Walmart optimistisch.
Die Aktionäre profitieren derweil von einer höheren Ausschüttung. Der Vorstand hob die Quartalsdividende zuletzt von 0,35 auf 0,39 US-Dollar an.
Das Unternehmen fokussiert sich nun vollständig auf die operative Integration im Mittleren Westen. Bis zum geplanten Abschluss des Giant-Eagle-Deals im Jahr 2027 muss Kroger beweisen, dass die regionale Strategie die entgangenen Synergien der geplatzten Großfusion kompensieren kann.
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