Kratos Defense & Security Solutions hat kurz vor der Veröffentlichung seiner neuesten Geschäftszahlen zwei bedeutende Großaufträge im Gesamtwert von über 600 Millionen US-Dollar erhalten. Die Neuaufträge stärken die Position des Unternehmens in den Bereichen Drohnenabwehr und nationale Sicherheit im Weltraum. Die Bekanntgabe erfolgt in einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit, da das Unternehmen am morgigen Dienstag seinen Bericht für das zweite Quartal vorlegt.
Drohnenabwehr für den Schutz von Nuklearmaterial
Das US-Energieministerium hat Kratos einen Vertrag über rund 156 Millionen US-Dollar zugesprochen. Im Rahmen des sogenannten „Project Solar Shield“ wird das Unternehmen mobile Systeme zur Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge (C-UAS) entwickeln. Diese Plattformen sind speziell für den Schutz von Transporten kritischen Nuklearmaterials vorgesehen. Laut Medienberichten sollen die Systeme in der Lage sein, Drohnen in Echtzeit zu erkennen, zu verfolgen und abzuwehren.
Dave Carter, President der Defense & Rocket Support Services bei Kratos, erklärte, dass die Arbeiten an diesem Projekt unmittelbar in gesicherten Einrichtungen des Unternehmens beginnen werden. CEO Eric DeMarco hob in diesem Zusammenhang die Systemintegration und die vorhandenen Produktionskapazitäten hervor. Erst kürzlich hatte das Unternehmen eine neue, rund 167.000 Quadratfuß große Fabrik in Pennsylvania eröffnet, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Strategische Rolle bei der Raketenwarnung der Space Force
Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen einen Auftrag der US Space Force mit einem Volumen von bis zu 446,8 Millionen US-Dollar. Hierbei geht es um die Entwicklung von Bodensystemen für die „Resilient Missile Warning Tracking“-Konstellation (MWT). Dieses Projekt zielt auf die Raketenwarnung aus dem mittleren Erdumlaufbahn (MEO) ab. Kratos ist dabei für den Aufbau eines Space Operations Center verantwortlich, das die Daten der künftigen Satellitengenerationen der Stufen Epoch 1 und 2 verarbeiten soll.
Der Start der ersten Satelliten für dieses Programm ist bereits für Anfang 2027 geplant. Ergänzt wird die Auftragslage durch frühere Vereinbarungen im Bereich der Hyperschall-Technologie. So existiert ein Vertrag über 190 Millionen US-Dollar für insgesamt 20 HASTE-Testflüge, was einem Wert von etwa 9,5 Millionen US-Dollar pro Start entspricht.
Marktbeobachtung vor den morgigen Quartalszahlen
Am heutigen Montag notiert die Aktie im deutschen Handel bei 41,24 € und verzeichnet damit ein Plus von 2,17 %. Trotz dieser kurzfristigen Erholung liegt der Wert mit einem Abstand von -63,82 % noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Analysten von Goldman Sachs bewerten das Papier weiterhin mit „Buy“, senkten jedoch das Kursziel Mitte Juli von zuvor 100 auf 89 US-Dollar.
Für den morgigen Quartalsbericht erwarten Marktteilnehmer einen Gewinn je Aktie von 0,13 US-Dollar. Der prognostizierte Umsatz beläuft sich auf 411,69 Millionen US-Dollar. Im vorangegangenen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 hatte Kratos einen Umsatz von 371 Millionen US-Dollar und einen Gewinn von 11,9 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Die jüngsten Großaufträge könnten nun die Basis für die künftige Guidance des Managements bilden.
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