Kratos Defense Aktie: 3.000 Spartan-Triebwerke bis 2027

Ein US-Iran-Abkommen drückt den Rüstungssektor, während Kratos operative Fortschritte bei autonomen Trucks und Triebwerken meldet.

Auf einen Blick:
  • Friedenspakt belastet Rüstungsaktien
  • Kursverlust von fast 30 Prozent seit Jahresbeginn
  • Autonome Lkw erfolgreich getestet
  • Produktion von Spartan-Triebwerken wird ausgebaut

Operativ liefert Kratos Defense am laufenden Band gute Nachrichten. An der Börse dominiert aktuell jedoch die Angst vor dem Frieden. Ein überraschendes Abkommen zwischen den USA und dem Iran zieht den gesamten Rüstungssektor nach unten. Anleger werfen die Papiere unbesehen aus ihren Depots.

Waffenruhe drückt die Stimmung

Präsident Trump hat ein Übergangsabkommen mit dem Iran verkündet. Für die nächsten 60 Tage ruhen die Waffen. Die Verhandlungen über die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm rücken in den Fokus. Rüstungsinvestoren reagieren nervös. Sie befürchten sinkende Verteidigungsbudgets.

Die Kratos-Aktie beendete die Woche bei 47,74 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast 30 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 114,00 Euro aus dem Januar ist mittlerweile weit entfernt.

Marktbeobachter sehen darin eher eine Kapitalrotation als fundamentale Schwäche. Rüstungswerte waren vor dem Abkommen historisch teuer bewertet. Hinzu kommt: Der Nahostkonflikt betrifft das Kerngeschäft von Kratos kaum. Das Unternehmen baut primär Zieldrohnen und das unbemannte Kampfflugzeug XQ-58A Valkyrie. Beide Systeme kamen im Iran nicht zum Einsatz.

Autonome Trucks und neue Triebwerke

Abseits der politischen Börse meldet der Konzern handfeste Fortschritte. Mitte Juni schickte Kratos zwei autonome Sattelschlepper auf eine Reise quer durch die USA. Die Lkw transportierten Rennausrüstung über 2.500 Meilen von North Carolina zu einer Marinebasis in Kalifornien. Ein menschlicher Fahrer steuerte das Führungsfahrzeug. Der autonome Truck folgte per GPS und Sensorik. Kratos überträgt damit militärische Technologie erfolgreich auf die zivile Logistik.

Parallel dazu baut das Unternehmen seine Produktion aus. Bis 2027 will Kratos jährlich 3.000 Spartan-Turbinentriebwerke fertigen. Die Nachfrage nach Lenkwaffen und Kamikaze-Drohnen steigt rasant. Der Konzern finanziert den Ausbau der Lieferketten aus eigenen Mitteln. Das Ziel: Die rein amerikanische Produktion soll schneller und effizienter werden.

Starkes Fundament vor den Quartalszahlen

Die Geschäftszahlen stützen den Expansionskurs. Im ersten Quartal erwirtschaftete Kratos einen Umsatz von 371 Millionen US-Dollar. Besonders die Sparte für Verteidigungsraketen glänzte mit einem massiven Wachstum. Daraufhin hob das Management die Jahresprognose auf bis zu 1,76 Milliarden US-Dollar an.

Am 5. August legt das Unternehmen die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Das Management signalisierte bereits im Vorfeld stark wachsende Auftragsbestände. Die nachlassenden Budgetbeschränkungen der US-Regierung treiben das operative Geschäft an. Bis zu diesem Termin bleibt der 60-tägige Verhandlungszeitraum zwischen den USA und dem Iran der entscheidende Taktgeber für den Aktienkurs.

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