Kraken Robotics wächst rasant — und verliert trotzdem Geld. Das kanadische Unterwassertechnik-Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 35 Prozent auf 21,7 Millionen Dollar. Gleichzeitig rutschte der Nettogewinn ins Minus. Das Bild dahinter ist komplexer als die Schlagzeile.
Wachstum mit Haken
Der Produktumsatz legte um 50 Prozent zu — angetrieben von starker Nachfrage nach SeaPower-Unterwasserbatterien und Synthetic-Aperture-Sonar-Systemen. Das Adjusted EBITDA erreichte 3,0 Millionen Dollar.
Allerdings wies Kraken im selben Quartal einen Nettoverlust von 3,3 Millionen Dollar aus — nach einem kleinen Gewinn von 0,2 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Investitionen in Wachstum und die laufende Übernahme des britischen Unterwassertechnik-Anbieters Covelya Group drücken kurzfristig auf das Ergebnis.
Covelya-Übernahme als Schlüsselwette
Die Covelya-Akquisition soll noch vor Ende des zweiten Quartals abgeschlossen werden. Bis dato hat Covelya bereits Aufträge im Wert von rund 165 Millionen Dollar eingebracht — ein Wert, der die eigenständigen Kraken-Aufträge von rund 97 Millionen Dollar im laufenden Jahr deutlich übersteigt.
Nach dem Zusammenschluss will sich Kraken als bedeutender Anbieter von Dual-Use-Technologie für den Unterwasserbereich positionieren — also Systeme, die sowohl militärisch als auch kommerziell einsetzbar sind. Angesichts steigender Verteidigungsbudgets weltweit ist das kein schlechtes Timing.
Jahresprognose bestätigt
Das Management hält an seiner Jahresprognose fest: Umsatz zwischen 165 und 175 Millionen Dollar, Adjusted EBITDA zwischen 40 und 50 Millionen Dollar — jeweils ohne Covelya-Beitrag. Die Investitionen sollen 15 bis 18 Millionen Dollar betragen. Wichtig: Das Unternehmen erwartet eine deutliche Umsatzgewichtung auf die zweite Jahreshälfte, was das schwache Q1-Ergebnis teilweise erklärt.
Die Aktie notierte zuletzt bei 4,74 Euro — rund 28 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März, aber auf Jahressicht fast verdreifacht. Der RSI von 41 deutet auf keine überkaufte Situation hin. Ob der Kurs nach dem Covelya-Abschluss wieder Fahrt aufnimmt, hängt davon ab, wie schnell die kombinierten Auftragsbestände in Umsatz und Gewinn umgewandelt werden — die Zahlen für das zweite Quartal werden das zeigen.
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