Kraft Heinz steckt mitten im Umbau – und genau diese Übergangsphase sorgt derzeit für Zurückhaltung am Markt. Ein neuer CEO stellt den geplanten Konzernsplit auf den Prüfstand, gleichzeitig ziehen einzelne institutionelle Investoren Kapital ab. Im Kern geht es um die Frage: Wie konsequent wird die strategische Neuausrichtung wirklich umgesetzt?
Institutionelle Verkäufe und verhaltene Analysten
Auslöser für den jüngsten Druck auf die Aktie ist eine Stimmrechtsmitteilung von Commonwealth Equity Services LLC. Das Haus hat seine Beteiligung um rund 15,6 % reduziert und 63.500 Aktien verkauft, der Bestand liegt nun bei 344.145 Papieren. Für sich genommen kein dominierender Block, aber der Schritt passt in ein Bild steigender Vorsicht auf institutioneller Seite.
Parallel bleibt die Einschätzung der Analysten verhalten. Der aktuelle Konsens liegt bei „Reduce“, das durchschnittliche Kursziel bei 26,63 US‑Dollar. Begründet wird die Zurückhaltung mit schwachem organischen Wachstum und fehlenden kurzfristigen Kurstreibern. Nach den Zahlen zum dritten Quartal hatten Häuser wie TD Cowen und Morgan Stanley ihre vorsichtige Haltung (Hold/Equal Weight) bestätigt: Der Umsatz lag mit 6,24 Milliarden US‑Dollar unter den Erwartungen von 6,27 Milliarden US‑Dollar und ging im Jahresvergleich um 2,3 % zurück.
Charttechnisch spiegelt sich der Druck ebenfalls wider. Die Aktie notiert bei 23,39 US‑Dollar und damit deutlich unter den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 200 Tage, was den laufenden Abwärtstrend unterstreicht.
The Kraft Heinz Company Aktie Chart
Neuer CEO, offener Split
Der zentrale Unsicherheitsfaktor liegt jedoch nicht im Tagesgeschäft, sondern in der strategischen Großbaustelle. Seit 1. Januar 2026 steht Steve Cahillane an der Spitze des Konzerns. Er überprüft den bereits 2025 angekündigten Plan, Kraft Heinz in zwei börsennotierte Gesellschaften aufzuspalten.
Geplant ist eine Trennung in:
- North American Grocery: Cash-starkes Nordamerika-Geschäft mit reifen Marken wie Oscar Mayer und Kraft Singles
- Taste Elevation: wachstumsorientierte globale Saucen- und Würzmittelsparte rund um die Marke Heinz
Cahillane bringt Erfahrung mit Konzernaufspaltungen mit, unter anderem aus seiner Zeit bei Kellanova. Genau dieser „neue Blick“ auf die Strategie schafft aber kurzfristig Unklarheit. Der Markt stellt inzwischen offen die Frage, ob der Split wie ursprünglich avisiert in der zweiten Jahreshälfte 2026 umgesetzt wird oder ob alternative Strukturmaßnahmen auf den Tisch kommen.
Solange es hier keine eindeutige Entscheidung gibt, bleibt die Bewertung gedrückt. Die Aktie handelt auf Basis der erwarteten Gewinne mit einem deutlichen Abschlag zu ihren historischen Multiples – ein typisches Muster für Unternehmen in einer „Beweispflicht“-Phase.
Ein schwieriges Übergangsjahr
Operativ befindet sich Kraft Heinz in einem anspruchsvollen Umfeld. Infolge der Inflation reagieren viele Verbraucher preissensibler und weichen verstärkt auf Handelsmarken aus. Das erschwert Volumenwachstum, wie die leichte Umsatzverfehlung im letzten Quartal zeigt.
Die geplante Aufspaltung soll genau hier ansetzen: Der klassische Mischkonzern leidet unter einem Bewertungsabschlag, weil defensive, cash‑starke Marken und wachstumsstärkere Sparten im selben Konstrukt stecken. Durch die Trennung könnte insbesondere das „Taste Elevation“-Geschäft einen höheren Multiple erhalten.
Bis der neue Vorstand den genauen Fahrplan bestätigt oder anpasst, dominieren jedoch die Risiken. Die Reduzierung der Position durch risikoavers agierende Investoren wie Commonwealth Equity Services legt nahe, dass ein Teil des Marktes die Geduld für diese Übergangsphase nicht aufbringen will.
Ausblick: Q4-Zahlen als Wegweiser
Der nächste klare Orientierungspunkt ist der Q4-Bericht, der für Mitte Februar erwartet wird. Dann dürfte Steve Cahillane erstmals ausführlicher zur künftigen Struktur Stellung nehmen und idealerweise einen belastbaren Zeitplan für den möglichen Split liefern.
Neben dieser strategischen Einordnung wird der Markt vor allem auf den Ausblick für 2026 achten – insbesondere auf Aussagen zu Volumenentwicklung und Margenstabilität. Bleibt der Druck auf die Nachfrage hoch, könnte das die Zurückhaltung der Analysten und institutionellen Anleger verlängern; liefert das Management dagegen klare Fortschritte bei Strategie und Profitabilität, hätte die Aktie Spielraum, sich von ihrem aktuell niedrigen Bewertungsniveau zu lösen.
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