Kraft Heinz steht gleich an zwei Fronten unter Beobachtung: Mehrere Analysten senken ihre Erwartungen, und in Nordamerika – dem wichtigsten Markt – übernimmt eine neue Führungskraft. Beides passt zu einem Konzern, der unter CEO Steve Cahillane den Turnaround schaffen will. Doch wie überzeugend ist der Plan bislang?
Neue Kursziele, skeptischer Konsens
Am Montag hat Mizuho das Kursziel für Kraft Heinz von 27 auf 25 US-Dollar gesenkt und die Einstufung „Neutral“ bestätigt. Die Anpassung reiht sich in eine Serie von Analystenreaktionen seit den Quartalszahlen vom 11. Februar ein.
Zuvor hatte Morgan Stanley das Ziel von 24 auf 23 US-Dollar reduziert („Underweight“) und dabei auf die geringe Planbarkeit eines nachhaltigen Turnarounds verwiesen. JPMorgan stufte von „Neutral“ auf „Underweight“ herab und kürzte das Kursziel von 24 auf 22 US-Dollar. BNP Paribas Exane ging auf 20 US-Dollar herunter („Underperform“). Gegenstimmen gibt es zwar, fallen aber weniger dominant aus: Sanford C. Bernstein hob das Kursziel auf 27 US-Dollar an („Market Perform“), Barclays erhöhte auf 25 US-Dollar bei „Equal-Weight“.
Unterm Strich bleibt der Tenor vorsichtig: Laut MarketBeat liegt der Analystenkonsens (21 Experten) bei „Reduce“, das durchschnittliche Kursziel bei 24,89 US-Dollar.
Führungswechsel in Nordamerika: Cahillane setzt auf Vertraute
Seit heute ist Nicolas Amaya offiziell President North America – und damit zuständig für die Region, die für Kraft Heinz die größte ist. Er folgt auf Pedro Navio, der am 22. Februar zurückgetreten war. Die Personalie wurde am 18. Februar angekündigt.
Interessant ist der Hintergrund: Amaya kommt von Kellanova North America und hat bereits jahrelang mit CEO Steve Cahillane bei Kellogg und Kellanova zusammengearbeitet. Das deutet darauf hin, dass Cahillane gezielt Manager aus dem eigenen Netzwerk in Schlüsselrollen setzt – während Kraft Heinz versucht, den rückläufigen US-Marktanteil zu stabilisieren.
Zahlen und Strategie: Umsatzdruck bleibt, Investitionen steigen
Die Zahlen zum vierten Quartal 2025 zeigten weiter sinkende Erlöse: Der Quartalsumsatz (Net Sales) ging um 3,4% auf 6,35 Mrd. US-Dollar zurück und lag damit leicht unter den Erwartungen (6,38 Mrd. US-Dollar). Beim bereinigten Gewinn je Aktie gab es dagegen einen positiven Akzent: 0,67 US-Dollar statt erwarteter 0,61 US-Dollar.
Für das Gesamtjahr 2025 meldete Kraft Heinz einen Umsatzrückgang von 3,5% (organisch -3,4%). Gleichzeitig stand ein GAAP-Betriebsverlust von 4,7 Mrd. US-Dollar zu Buche – ausgelöst durch 9,3 Mrd. US-Dollar an nicht zahlungswirksamen Wertminderungen. Auffällig: Der Free Cashflow stieg dennoch um 15,9% auf 3,7 Mrd. US-Dollar.
Strategisch hat das Unternehmen zudem einen wichtigen Kurswechsel vollzogen: Die zuvor angekündigte Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen wurde vorerst auf Eis gelegt. Stattdessen sollen im Geschäftsjahr 2026 zusätzliche 600 Mio. US-Dollar in Marketing, Vertrieb und Forschung & Entwicklung fließen. Gleichzeitig enttäuschte der Ausblick: Für 2026 stellte Kraft Heinz ein EPS von 1,98 bis 2,10 US-Dollar in Aussicht – deutlich unter dem damaligen Analystenkonsens von 2,51 US-Dollar.
Berkshire als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor
Ein weiterer Punkt, der auf der Aktie lastet: Berkshire Hathaway hat im Januar per Prospekt-Nachtrag die mögliche spätere Veräußerung von 325,4 Mio. Aktien registrieren lassen – das entspricht 27,5% an Kraft Heinz. Zwar zeigte das 13F-Formular für Q4 2025 keine Reduzierung der Position, doch die Registrierung lässt die Option eines späteren Ausstiegs ausdrücklich offen.
Auch im Kursbild spiegelt sich die Zurückhaltung: Mit 20,75 Euro notiert die Aktie zwar leicht über dem Niveau der Vorwoche, liegt aber auf 12-Monats-Sicht rund 31% im Minus.
In den kommenden Wochen wird sich viel daran entscheiden, ob der neue Nordamerika-Chef schnell operative Wirkung zeigt und ob die 600-Millionen-Investitionen tatsächlich den Umsatztrend drehen – denn genau hier sitzen die Zweifel, die Analysten derzeit in ihren Kurszielen einpreisen.
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