Südkoreas Leitindex schreibt Geschichte. Der KOSPI schloss heute bei 9.063,84 Punkten — ein Allzeithoch, das durch ein diplomatisches Signal aus dem Nahen Osten ausgelöst wurde.
Iran-Deal als Kurstreiber
Die USA und der Iran haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die seit Monaten brüchige Waffenruhe um weitere 60 Tage verlängert und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht. Die Reaktion an den Märkten war unmittelbar: Der KOSPI legte um 2,25 Prozent zu. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Öllieferrouten weltweit — eine Entspannung dort wirkt sich direkt auf Energiepreise und Risikobereitschaft der Anleger aus.
Öl geriet daraufhin unter Druck, während asiatische Aktien aufwerteten. Japan zog parallel mit: Der Nikkei knackte erstmals die 71.000-Punkte-Marke und verzeichnete seinen vierten Rekordtag in Folge.
Gegenwind aus Washington
Nicht alles zeigt in dieselbe Richtung. Die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh ließ den Leitzins zwar unverändert, signalisierte aber Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf. Warsh betonte in der Pressekonferenz seinen Entschluss, die Inflation zu bekämpfen. An der Wall Street führte das am Mittwoch zu deutlichen Verlusten — Asien hat diese Signale heute weitgehend ignoriert.
Hongkong und Shanghai schlossen hingegen im Minus und zeigen, dass der Iran-Effekt nicht alle Märkte gleich erreicht.
Manche Marktbeobachter mahnen zur Vorsicht: Eine Absichtserklärung ist kein dauerhafter Friedensvertrag. Ob die 60-tägige Verlängerung zu einer stabilen Lösung führt, entscheidet sich in den kommenden Wochen — und damit auch, ob der KOSPI auf diesem Rekordniveau Halt findet oder erneut getestet wird.
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