Nach wochenlangen Kursgewinnen kommt der südkoreanische Aktienmarkt am Dienstag unter Druck. Der KOSPI gehört zu den schwächsten Börsenbarometern Asiens — und die Ursache ist klar: Die beiden Schwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics verlieren jeweils rund 5 Prozent.
Gewinnmitnahmen nach rekordverdächtiger Rally
Der Rücksetzer folgt auf einen bemerkenswerten Lauf. In den vergangenen sieben Handelssitzungen hatte der Index nur zweimal nachgegeben und zuletzt neue Allzeithochs markiert. Dieses Tempo machte den Markt anfällig für eine Korrektur — besonders nachdem der KI-getriebene Enthusiasmus, der die asiatischen Chip-Werte beflügelt hatte, am Vorabend in den USA zu bröckeln begann.
Erst einen Tag zuvor hatte SK Hynix Samsung als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas überholt — ein Zeichen dafür, wie weit die Bewertungen der lokalen Halbleiterwerte in den vergangenen Wochen gelaufen waren. Kein Wunder, dass Anleger nun Kasse machen.
Geopolitik und Fed drücken die Stimmung
Im Hintergrund wirken zwei weitere Bremsfaktoren. Die laufenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz haben zwar unmittelbare Versorgungsängste rund um die Straße von Hormus etwas gelindert — ob das Ergebnis hält, bleibt offen. Und die vergangene Fed-Sitzung unter dem neuen Notenbank-Chef Kevin Warsh sendete ein hawkisches Signal: Zinssenkungserwartungen für die USA wurden weiter zurückgeschraubt, was risikoreichere Märkte belastet.
Nachdem Japan, China und Hongkong ebenfalls im Minus notieren, zeigt sich: Die Gewinnmitnahmen sind kein rein koreanisches Phänomen. Der KOSPI trifft es mit einem Minus von mehr als 4,6 Prozent aber besonders hart — proportional zu seiner jüngsten Outperformance.
Der nächste wichtige Datenpunkt kommt aus den USA: Der PCE-Inflationsindex für Mai wird am Donnerstag veröffentlicht und dürfte weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed liefern — und damit auch auf die Risikobereitschaft in den Halbleitermärkten weltweit.
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