Beim Technologiekonzern Kontron zeichnen sich weitere Schritte zur Straffung des Portfolios ab. Medienberichten zufolge plant die Unternehmensgruppe, das unter der Marke suntastic.solar geführte Photovoltaik-Großhandelsgeschäft am österreichischen Standort Bisamberg einzustellen.
Andere Geschäftsbereiche bleiben von diesem Schritt unangetastet: Die Aktivitäten in den Bereichen EMS und ODM an den Standorten Engerwitzdorf sowie Ebbs sollen unverändert fortgeführt werden.
Die Maßnahme fügt sich in die strategische Neuausrichtung ein, mit der Kontron Randaktivitäten abbaut und Kernsegmente stärkt. Finanzielle Spielräume dafür hatte sich das Unternehmen bereits im dritten Quartal 2026 gesichert.
Aus der Entkonsolidierung des Modulgeschäfts floss eine Zahlung von 126 Millionen Euro vom Partner congatec an Kontron. Das Management beabsichtigt, diese Mittel gezielt zur Prüfung strategischer Zukäufe im margenstärkeren Segment Software + Solutions zu nutzen.
Vorstandsumbau und Aktienrückkauf
Parallel zu den Portfoliomaßnahmen stellte der Konzern die personellen Weichen an der Führungsspitze neu. Mit Wirkung zum 30. September berief Kontron Dr.-Ing. Martin Rausch in den Vorstand. In seiner Funktion als Chief Technology Officer hat er die konzernweite Verantwortung für den Technologiebereich übernommen.
Ebenfalls am 30. September endete das Aktienrückkaufprogramm I 2026 des Konzerns. Über dieses Programm erwarb Kontron insgesamt 1.431.736 eigene Anteilsscheine, was einem Anteil von 2,24 Prozent des Grundkapitals entspricht. Für den Rückkauf wandte das Unternehmen ohne Berücksichtigung der Nebenkosten eine Summe von 30.062.417,89 Euro auf.
Analysteneinschätzung und Quartalstermin
An der Börse notiert das Papier heute bei 20,56 Euro, was einem leichten Zuwachs von 0,6 Prozent entspricht. Damit bleibt der Titel rund 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 27,68 Euro zurück.
Die Experten der DZ Bank sehen für das Papier dennoch deutliches Aufwärtspotenzial. Am 2. Oktober bestätigte das Institut seine Einstufung mit „Kaufen“ und bezifferte den fairen Wert auf 31 Euro. Analyst Armin Kremser wies in seiner Studie allerdings darauf hin, dass er einen maßgeblichen Kurstreiber für das Unternehmen erst ab dem Jahr 2028 erwartet.
Konkrete operative Erkenntnisse über den aktuellen Geschäftsverlauf erhalten Marktteilnehmer im kommenden Monat. Kontron legt am 5. November den Zwischenbericht für das dritte Quartal 2026 vor.
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